Freitag, 22. Dezember 2006

Damen-Rennen am Semmering gesichert: ÖSV-Siege lassen auf Massenansturm hoffen

  • Ski-Heldin Schild: "Freu' mich wahnsinnig drauf!"
  • Lokalmatadorin Kirchgasser will ganz groß aufzeigen

Sieben Siege in elf Rennen, an jedem der bisherigen Weltcup-Schauplätze zumindest einmal gewonnen und Dreifach-Führung im Gesamt-Weltcup. Österreichs alpine Ski-Damen haben im ersten Drittel der Saison 2006/2007 tolle Werbung für sich und das Interesse am Damen-Rennsport gemacht. Und damit auch für das große Heimrennen kurz vor dem Jahreswechsel am Semmering, für das es nun Grünes Licht gab.

Trotz anhaltendem Warmwetter wird damit am 28./29 Dezember (Riesentorlauf und Nachtslalom) auf dem "Zauberberg" vor den Toren Wiens zum bereits siebentenmal der Jahresausklang bei den Damen stattfinden. Ein Massenansturm inklusive, dafür sollten die Serien-Erfolge der ÖSV-Damen ein Garant sein.

Vor allem für Marlies Schild. Die dominierende Rennläuferin der Gegenwart kommt mit besten Erinnerungen auf die Passhöhe an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Beim letzten Auftritt vor zwei Jahren gelang ihr als erster Läuferin dort das Double, sie gewann den Riesentorlauf und den anschließenden Nachtslalom.

"Ich freu' mich wahnsinnig auf den Semmering. Vor allem weil da immer so viele Zuschauer kommen", blickte die 25-jährige Salzburgerin den kommenden Heimrennen schon nach ihrem in Val d'Isere fixierten Sieg-Hattrick im Slalom erfreut entgegen. "Vor allem in der Form, in der ich bin, freue ich mich auf den Semmering ganz besonders", sagte die Freundin von Benjamin Raich. Die vierfache Saisonsiegerin hatte ja auch beim letzten Heimrennen auf der steirischen Reiteralm die Superkombi gewonnen.

Cheftrainer Herbert Mandl schickte seine Damen jedenfalls mit viel Lob in die kurze Weihnachtspause. "Vor allem in den technischen Bewerben lief es bisher ganz ausgezeichnet", bezog sich der Niederösterreicher auf die Siege von Schild ("Sie sticht ganz klar heraus") und Kathrin Zettel, aber auch die Podestplätze von Nicole Hosp und der immer stärker werdenden Michaela Kirchgasser.

In den Speed-Disziplinen hat bisher Renate Götschl die Fahnen hoch gehalten. Die Steirerin hat beide Super G der Saison gewonnen und in der Abfahrt für die bisher einzigen zwei Podestplätze gesorgt. "Sie kann immer ganz vorne mitfahren", sagte Mandl, dem aber vor allem aufgefallen ist: "Kirchgasser ist überraschend stark. Besonders gefreut hat mich auch, dass Zettel im Riesentorlauf von Aspen ihr erster Weltcup-Sieg gelungen ist."

Die junge Niederösterreicherin kommt als "Lokalmatadorin" und damit als Nachfolgerin von Michaela Dorfmeister auf den Semmering. Die im vergangenen März zurückgetreten Doppel-Olympiasiegerin Dorfmeister wird sich "ihre" Rennen diesmal als Zuschauerin natürlich nicht entgehen lassen.

(apa/red)

22.12.2006 15:49