Sensationelle Fahrt zum Sieg: US-Girl Julia Mancuso verhindert nächsten Götschl-Erfolg
- Val d'Isere: 2. Platz für "Speed Queen" in der Abfahrt
- Kildow Dritte - Italienerin N. Fanchini schwer gestürzt
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Die Abfahrt bleibt die einzige Disziplin, in der die ÖSV-Damen den alpinen Ski-Weltcup nicht nach Belieben dominieren. Haben die Österreicherinnen alle sechs Rennen in den anderen Sparten zum Teil in überlegener Manier für sich entschieden, so brachte auch die dritte Saisonabfahrt keinen rot-weiß-roten Sieg. Riesentorlauf-Olympiasiegerin Julia Mancuso aus den USA gewann die erste von zwei Abfahrten dieser Woche in Val d'Isere vor Favoritin Renate Götschl und feierte damit ihren ersten Weltcupsieg.
Götschl hatte zuletzt die beiden bisherigen Super G der Saison in Lake Louise und auf der Reiteralm für sich entschieden, zeigte sich nach Platz zwei in Frankreich aber dennoch "sehr, sehr zufrieden". Die 31-jährige Steirerin, die bereits 40 Weltcuprennen gewonnen hat, war bis dato in Val d'Isere noch nie auf das Podest gefahren. "Derzeit läuft es einfach sehr, sehr gut. Die Fahrten, die Platzierungen und auch das Selbstvertrauen passen", erklärte Götschl.
Die entscheidende Zeit hatte Mancuso "Speed Queen" Götschl im technisch sehr anspruchsvollen Mittelteil abgenommen, distanzierte die Österreicherin letztlich um 0,43 Sekunden. "Ich glaube, auf der Strecke ist heute keine ohne Fehler heruntergekommen. Die mit den wenigsten Fehlern hat dann gewonnen", meinte Götschl, die die weiter im Abfahrts-Weltcup führende US-Amerikanerin Lindsay C. Kildow (+0,54) und die Trainingsschnellste Anja Pärson (+0,65) auf die Plätze drei und vier verwies.
Das Rennen war nach einem schweren Sturz von Nadia Fanchini vor den Topläuferinnen für mehr als eine Viertelstunde unterbrochen worden. Die 20-jährige Italienerin wurde mit einer Gehirnerschütterung und Verdacht auf Knieverletzung mit dem Akja abtransportiert. Kurz davor hatte Mancuso überlegene Bestzeit erzielt. "Ich war ziemlich nervös, aber der Lauf war ausgezeichnet", versicherte die 22-jährige Kalifornierin, die sich in der Saisonpause nach ihrem Olympiasieg einer Hüftoperation hatte unterziehen müssen.
"Ich erhole mich erst langsam davon, aber heute habe ich mich wirklich gut gefühlt", betonte Mancuso, die auch ihrem Ex-Freund Steve Nyman dankte. Dieser hatte am Wochenende in der klassischen Abfahrt von Gröden ebenfalls seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. "Das hat mich inspiriert", verriet Mancuso. Die beiden, die trotz ihrer Trennung noch immer sehr enge Freunde sind, hatten sich auf Hawaii auch einige Zeit gemeinsam auf die Saison vorbereitet.
Als zweitbeste Österreicherin folgte hinter Lokalmatadorin Ingrid Jacquemod bereits mit einigem Respektabstand auf das überlegene Spitzenquartett Alexandra Meissnitzer auf Rang sechs. "Damit bin ich nicht unzufrieden. Mir fehlt nur noch die letzte Konsequenz, um auf das Stockerl zu kommen", meinte die Salzburgerin, die im Super G auf der Reiteralm mit Platz vier ihre beste Saisonplatzierung eingefahren war. "Ich brauche diese positiven Ergebnisse, um befreiter fahren zu können."
Waren zuletzt im Heimrennen auf der Reiteralm noch sieben Österreicherinnen unter die ersten Acht gefahren, so klassierte sich diesmal nur noch die Salzburgerin Andrea Fischbacher als Zehnte im Spitzenfeld. "Wir können mit dem Ergebnis dennoch sehr zufrieden sein. Es war eine spannende Abfahrt mit sehr hohem Tempo. Man hat gesehen, dass bei diesen Bedingungen eher die Routiniers vorne sind", erklärte ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl, der die Aufstellung für Mittwoch erst am Nachmittag fixieren wollte.
Die in den technischen Disziplinen so starken Marlies Schild und Nicole Hosp kamen mit jeweils 3,15 Sekunden Rückstand auf Kildow ex aequo als 36. nicht in die Weltcup-Punkte. Hosp führt nach neun Rennen dennoch weiter im Gesamtweltcup. Götschl stieß 30 Punkte hinter der Tirolerin auf Rang zwei vor. Die dreifache Saisonsiegerin Schild (zwei Slaloms, eine Super-Kombination) ist Dritte.
Fanchini brach sich in Val-Abfahrt Handgelenk
Die italienische Skirennläuferin Nadia Fanchini hat sich bei ihrem schweren Sturz das Handgelenk an zwei Stellen gebrochen. Die 20-Jährige, die kurz das Bewusstsein verloren hatte, erlitt zudem eine Gehirnerschütterung und wurde in das nächstgelegene Krankenhaus von Moutiers gebracht. Dort wurden laut Angaben des italienischen Skiverbandes keine weiteren schweren Verletzungen diagnostiziert.
Marlies Schild verzichtet auf zweite Val d'Isere-Abfahrt
Die dreifache Weltcup-Saisonsiegerin Marlies Schild verzichtet auf die zweite Damen-Abfahrt in Val d'Isere. Die 25-jährige Salzburgerin, die in diesem Skiwinter bereits zwei Torläufe und eine Super-Kombination gewonnen hat, bevorzugt einen Tag zusätzlichen Trainings für den Spezial-Slalom am Donnerstag.
An Stelle von Schild komplettiert Silvia Berger das neunköpfige ÖSV-Team für die nachgetragene Abfahrt von St. Moritz. Brigitte Obermoser kommt damit erneut nicht zum Zug.
(apa/red)
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