Baby-Adler hebt jetzt ab! NEWS über den raschen Aufstieg des Gregor Schlierenzauer
- 16-Jähriger zählt zu Stars der Vierschanzentournee
- Eine Erfolgskarriere mit Methode: Super-Talent
·Genügend Schnee für
Vierschanzentournee
Austragungsorte geben Grünes Licht für Springen

Der 16-jährige Tiroler Gregor Schlierenzauer zählt nach seinem kometenhaften Aufstieg zu den Favoriten der Vierschanzentournee. Eine Erfolgskarriere mit Methode. Schon seinen 17. Geburtstag am 7. Jänner 2007 könnte Schlierenzauer als frisch gebackener Sieger der Vierschanzentournee feiern. Denn der Tiroler Senkrechtstarter im Springerzirkus zählt für die meisten Experten zu den ganz heißen Favoriten der 55. Auflage der traditionsreichen Großveranstaltung. Der "Baby-Adler" aus dem Skigymnasium Stams gibt sich trotzdem ultracool: "Mir ist bewusst, dass jetzt alle auf mich schauen, aber das stört mich überhaupt nicht. Allein dass ich bei der Tournee überhaupt dabei bin, ist gewaltig."
Noch selten habe er einen Athleten mit einem derartigen Körpergefühl erlebt, gerät ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner über den neuen Stern am österreichischen Springerhimmel ins Schwärmen: "Gregor hat eine der saubersten Techniken im gesamten Weltcup. Vor allem seine Balance vom Absprung über die Flugphase bis zum Aufsprung ist einzigartig. Das hab ich bei einem Springer in seinem Alter noch nie erlebt."
Schon bei seinem zweiten Weltcupspringen holte sich der blutjunge Tiroler in Lillehammer seinen ersten Sieg. Am vergangenen Wochenende legte er im schweizerischen Engelberg noch einen drauf. Obwohl er vorher eine Woche lang grippekrank das Bett hüten musste, landete er auf Anhieb nur einen halben Meter unter dem bestehenden Schanzenrekord: Weltcupsieg Nummer zwei beim vierten Weltcupstart und Platz drei in der Weltcup-Gesamtwertung.
Die Tournee als nächster Höhenflug. Jetzt hoffen nicht nur die Fans auf den ersten rotweißroten Tournee-Triumph seit dem Winter 1999/2000. Damals durfte sich Andreas Widhölzl als letzter Österreicher als Gesamtsieger feiern lassen. Der inzwischen 29-jährige Teamleader neben Martin Höllwarth muss heuer um seinen Tournee-Startplatz zittern, während der um fast 13 Jahre jüngere "Schlieri" zum nächsten Höhenflug ansetzt.
Einfach passiert sei Gregor Schlierenzauer dem Österreichischen Skiverband, bekam Cheftrainer Pointner in den vergangenen Wochen von den Kollegen anderer Nationen immer wieder zu hören. Stimmt nicht, sagt "Pointex", der am Neujahrstag selbst erst seinen 36. Geburtstag feiert: "Natürlich ist Gregor ein außergewöhnlich talentierter Sportler. Aber dieser Erfolg hat Methode." Man könne in Österreich auf ein nahezu perfektes System zurückgreifen, in dem solche Talente schon früh den Weg in die Weltspitze finden - von der engagierten Nachwuchsarbeit in den Skiklubs über die Grundausbildung in den Landesverbänden, dem Feinschliff in den ÖSV-Stützpunkten wie Stams bis in die Nationalmannschaft.
Neue Trainingsphilosophie. Als Sportdirektor Toni Innauer 2004 Pointner vom Kotrainer zum Cheftrainer beförderte, wurde für die Talente eine zusätzliche Trainingsgruppe installiert. Dort werden sie zusätzlich individuell gefördert. Innauers Sohn Mario und der gleichaltrige Schlierenzauer sind die ersten "Produkte" dieser neuen Philosophie. Während Thomas Morgenstern & Co im Februar 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin im Einzel und in der Mannschaft zu Goldmedaillen flogen, holten sich Schlierenzauer und der junge Innauer die Juniorenweltmeistertitel. Und stehlen dem 20-jährigen "Morgi" in diesem Winter bereits die Show.
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