Mittwoch, 20. Dezember 2006

Bilanz der Versicherungen: 2006 gab es weniger Katastrophen mit weniger Opfern

  • Swiss Re: 30.000 Tote, um 60.000 weniger als 2005
  • Hurrikansaison war heuer zum Glück schwächer

Weniger verheerende Katastrophen mit weniger Toten als in den Vorjahren brachte das auslaufende Jahr 2006: Wie der weltgrößte Rückversicherer Swiss Re erhoben hat, sind bisher etwa 30.000 Menschen bei großen Zwischenfällen ums Leben gekommen. 2005 waren es insgesamt 97.018 Katastrophentote gewesen. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre weist 2006 nach 1997 und 1988 außerdem die dritt tiefsten Versicherungsschäden auf.

Die meisten Toten forderte heuer das Erdbeben in der indonesischen Stadt Bantul vom 27. Mai, das 5.778 Menschen das Leben kostete. Danach folgt der Taifun "Durian" am 26. November, der auf den Philippinen 1.350 Menschen tötete. An dritter Stelle findet sich mit 1.333 Opfern die Kältewelle in Osteuropa, bei der es auch zu Engpässen in der Energieversorgung gekommen war. Russland hatte damals seine Gaslieferungen in die Ukraine zurückgefahren, nachdem es zu Preisstreitigkeiten gekommen war. Zahlreiche andere Länder waren davon ebenfalls betroffen.

Laut Swiss Re ereigneten sich im heurigen Jahr fast 140 Natur- und 200 vom Menschen verursachte Katastrophen. Mehrere schwere Beben forderten sehr viele Opfer: Am 27. Mai zerstörte ein Erdbeben der Magnitude 6,3 auf der indonesischen Insel Java die Stadt Bantul fast vollständig. Am 17. Juli wurde Indonesien erneut von einem Erdbeben der Magnitude 7,7 erschüttert, das einen Tsunami auslöste. Beben und Tsunami fielen 800 Menschen zum Opfer.

Auch Stürme und Überschwemmungen forderten im Jahr 2006 mehr als 11.500 Menschenleben, wobei gleich zwei Katastrophen die Philippinen betrafen, so Swiss Re: Im Februar hatten in der Provinz Leyte anhaltende Niederschläge eine Lehm- und Gerölllawine ausgelöst, die das Dorf Guinsagon mit seinen rund 1.000 Bewohnern unter sich begruben. Ende November führte Starkregen im Gefolge des Taifuns Durian auf der Insel Luzon dazu, dass Vulkanasche von den Hängen des Mayon als Schlammlawine zu Tal ging und unter anderem die Ortschaft Albay unter sich begrub. Durian forderte 1.270 Opfer in den Philippinen und über 80 Opfer in Vietnam.

Ruhig blieb dagegen die Hurrikan-Saison in den USA, nicht zuletzt wegen des Klimaphänomens El Nino: Dieses hat bereits im Sommer 2006 die Bildung der Wirbelstürme gemindert und in der jeweils von Anfang Juni bis Ende November dauernden US-Hurrikan-Saison traten 2006 nur zwei starke und fünf mittlere Hurrikane auf. Im westlichen Äquatorialpazifik sorgte El Nino dafür für Taifune.

Zumindest für die Versicherungsbranche erfreulich: Bisher haben nur drei Katastrophen heuer Schäden in Milliardenhöhe verursacht, berichtete Swiss Re. Zwei Tornados in den USA und ein Taifun in Japan waren die teuersten Katastrophen. Insgesamt sind durch Natur- oder vom Menschen verursachte Katastrophen rund 40 Milliarden Euro Schaden entstanden. Zu Gute kommt den Versicherern, dass 2006 vor allem Schwellenländer betroffen waren. (apa/red)

20.12.2006 13:07