Dienstag, 19. Dezember 2006

Neues auf den Unis 2007: Finanzierung, ÖH-Wahlen und neues EU-Forschungsprogramm

  • An meisten Hochschulen Bestellung neuer Rektoren
  • Personalentscheidungen für "Elite-Uni" stehen bevor

Die Universitäten werden einer der wenigen von öffentlichen Geldern abhängigen Bereiche sein, die nichts davon merken, dass es noch kein Bundesbudget für 2007 gibt. Auf Grund der 2007 erstmals zur Anwendung kommenden neuen Form der Universitäts-Finanzierung wird für sie kein Budgetprovisorium gelten, das Globalbudget für die Unis in den Jahren 2007 bis 2009 ist bereits fixiert. 2007 stehen ihnen 1,875 Mrd. Euro zur Verfügung.

Das Gros dieser Summe (80 Prozent) wird über die Leistungsvereinbarungen verteilt, die die einzelnen Unis in den vergangenen Monaten mit dem Bildungsministerium ausgehandelt haben. Dieses Geld soll den Grundbedarf einer Universität abdecken. Die übrigen 20 Prozent stellen das so genannte formelgebundene Budget dar. Dabei entscheiden bestimmte Indikatoren, etwa Veränderung der Studienabschlüsse, Erfolgsquote der Studierenden, Einnahmen aus Forschungsprojekten, etc., darüber, welche Uni wie viel von diesem Geld erhält.

ÖH-Wahlen im Frühling
Neben dieser neuen Form der Uni-Finanzierung bringt das neue Jahr aber auch neue Gesichter: Im Frühling wählen die Studenten eine neue Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). Derzeit wird das Studentenparlament von einer grün-roten Mehrheit dominiert. Im Laufe des Jahres müssen dann an den meisten Universitäten neue Rektoren bestellt werden: Amtsantritt für sie ist der Beginn des Studienjahrs 2007/08.

Name für "Elite-Uni" wird festgelegt
Personalentscheidungen werden auch am "Institute of Science and Technology Austria" (ISTA) in Maria Gugging (NÖ) getroffen. Im kommenden Jahr wird der erste Präsident bestellt - auch ein endgültiger Name für die "Elite-Uni" soll festgelegt werden. Ob die ersten Forschergruppen bereits ihre Tätigkeit aufnehmen, ist jedoch noch nicht klar.

60 Prozent mehr EU-Mittel für Forschung
Im Forschungsbereich startet mit 1. Jänner das mit 54,6 Mrd. Euro dotierte 7. EU-Forschungsrahmenprogramm. Für die Jahre 2007 bis 2013 stehen damit um 60 Prozent mehr Mittel zur Verfügung als im derzeit laufenden 6. Rahmenprogramm. Die vier Hauptpfeiler sind die Förderung der länderübergreifenden Zusammenarbeit in Form von Forschungsprojekten in zehn thematischen Gebieten (offizieller Titel: "Kooperation", mit 32,4 Mrd. Euro dotiert), erstmals eine EU-Förderung der Grundlagenforschung durch den neuen Europäischen Forschungsrat ("Ideen", 7,5 Mrd. Euro), die Förderung der Ausbildung und Mobilität von Forschern ("Menschen", 4,7 Mrd. Euro) sowie die Förderung von Forschungsinfrastruktur sowie von KMU ("Kapazitäten", 4,2 Mrd. Euro).

(apa/red)

19.12.2006 09:26