Sonntag, 24. Dezember 2006

'Unmittelbare Antwort auf UNO-Resolution': Iran baut sein Atom-Programm weiter aus

  • Larijani kündigt Installation von Zentrifugen an
  • PLUS: Atom-Resolution - UNO verhängt Sanktionen

Der Iran will seine umstrittene Uran-Anreicherung mit der Installation von 3.000 Zentrifugen in der Nuklear-Anlage in Natanz vorantreiben. Dies kündigte Chefunterhändler Ali Larijani an. Mit dem Schritt unterstrich die Islamische Republik ihre Ablehnung der Sanktionen, die der UNO-Sicherheitsrat zuvor gegen das Land beschlossen hatte. Darin wird der Iran unter anderem zur Einstellung seiner Urananreicherung aufgefordert. Die Regierung in Teheran hatte den Beschluss als illegal bezeichnet. Uran kann in hochangereicherter Form zur Herstellung von Atombomben verwendet werden.

Der Einigung im UNO-Sicherheitsrat waren monatelange zähe Verhandlungen vorausgegangen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines Nuklearprogramms zur Energiegewinnung an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies.

"Unmittelbare Antwort auf UNO-Resolution"
Wie die Teheraner Zeitung "Kayhan" unter Berufung auf den iranischen Chefunterhändler Ali Larijani berichtete, soll damit begonnen werden, 3.000 Zentrifugen zur Urananreicherung in der Anlage von Natanz zu installieren. "Das ist unsere unmittelbare Antwort auf die UNO-Resolution", wurde Larijani zitiert. Der Iran habe stets betont, dass er sich internationalem Druck nicht beugen werde.

Auch der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Alaeddin Boroujerdi, kündigte im staatlichen Rundfunk an, sein Land werde nun sein Programm zur Installation der 3.000 Zentrifugen beschleunigen.

Die Anlage in Natanz dient der Urananreicherung. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran in Atomkraftwerken oder zum Bau von Atomwaffen eingesetzt werden. Während Teheran auf sein Recht auf die friedliche Nutzung der Atomkraft pocht, verdächtigt der Westen das Land, heimlich nach Atomwaffen zu streben.

Ahmadinejad warnt Resolutions-Unterstützer
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat die Unterstützer der UNO-Resolution gewarnt, sie würden ihre Haltung bald bereuen. Die Iraner seien wegen der Resolution nicht beunruhigt, sagte er gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Er wies den Beschluss des UNO-Sicherheitsrats entschieden zurück und bezeichnete ihn als ein "Stück zerrissenes Papier", mit dem die Iraner eingeschüchtert werden sollten, meldete zudem die halb-amtliche Nachrichtenagentur Fars.

Der UNO-Sicherheitsrat verabschiedete nach mühsamen Verhandlungen erstmals Strafmaßnahmen, um die iranische Regierung zur Aussetzung der umstrittenen Urananreicherung zu bewegen. Die Entschließung weist alle Regierungen an, den Export von Materialien und Technologie zu unterbinden, die das iranische Nuklear- oder Raketenprogramm stützen könnten. Weiter soll das Vermögen einer Reihe von Unternehmen und Einzelpersonen mit Bezug zum iranischen Atomprogramm eingefroren werden. Die Namen sind auf einer UNO-Liste verzeichnet. Sollte der Iran weiterhin nicht einlenken, werden weitere Strafmaßnahmen angedroht.

(apa/red)

24.12.2006 11:02