Zwei Tage nach Amtsantritt: Gates auf Überraschungsbesuch bei Truppen im Irak
- Pentagon: Sicherheitslage im Land verschlechtert
- Bush spricht erstmals nicht mehr von Sieg der USA
·Annan scheidet mit Kritik an USA aus Amt
Irak-Krieg "schlimmster Moment" seiner Amtszeit
Zwei Tage nach seinem Amtsantritt hat der neue US-Verteidigungsminister Robert Gates den Irak besucht. Der 63-Jährige kam in Bagdad an. Dort wollte er mit US-Generälen sprechen. Seit der US-Invasion im März 2003 sind im Irak annähernd 3000 amerikanische Soldaten und zehntausende Iraker getötet worden. Gegen weitere Truppenverlegungen in den Irak haben in jüngster Zeit etliche hohe US-Generäle und Politiker Stellung bezogen.
Die Regierung in Washington arbeitet derzeit an einer neuen Strategie für ihre Irak-Politik. Auf die Frage, ob die USA in dem Land einen Sieg davontragen, hatte Gates bei einer Anhörung im Senat Anfang Dezember mit einem klaren "Nein" geantwortet.
Auch Präsident George W. Bush räumte inzwischen in einem Interview zum ersten Mal ein, dass die USA den Krieg im Irak nicht gewinnen. Seine Republikanische Partei hatte die jüngsten Kongresswahlen unter anderem wegen der wachsenden Kritik an dem Krieg verloren. Am Dienstag erklärte die US-Regierung, dass die Gewalt im Irak noch nie so schlimm gewesen sei wie in den vergangenen drei Monaten.
Bush erwägt Truppenaufstockung im Irak
Bush will die Gesamtstärke von Heer und Marine-Infanterie aufstocken. Damit will er Schlagkraft und Einsatzfähigkeit der US-Armee sicherstellen. Der "Krieg gegen den Terror" werde lange dauern, und das Militär müsse in der Lage sein, ihn durchzustehen, sagte er zur Begründung.
Er hat seinen neuen Verteidigungsminister Gates damit beauftragt, ihn sobald als möglich zu unterrichten, wie die Streitkräfte ausgebaut werden könnten.
In seiner Irak-Strategie will sich Bush noch alle Optionen offen halten und schließt auch eine Verstärkung der Truppen spezifisch in dem Land nicht aus. "Ich habe mich noch nicht entschieden, ob wir mehr Truppen schicken sollen", sagte der Staatschef. "Wir schauen uns alle Optionen an, und eine dieser Optionen ist, die Truppenstärke zu erhöhen." Dies setze aber ein konkretes Ziel voraus, das erfüllt werden könne.
Weiters kündigte Bush an, von den Partnern der USA im Irak künftig mehr zu verlangen. Der dortige Krieg wird nach seiner Einschätzung im kommenden Jahr "zusätzliche Opfer" abverlangen und schwierige Entscheidungen mit sich bringen. "Ich treffe keine Prognose darüber, wie es 2007 im Irak aussehen wird". 2006 sei ein schweres Jahr für die US-Streitkräfte und die Iraker gewesen.
(apa/red)
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