Zwei Jahre nach Tsunami: Nachbar in Not hilft weiter in südostasiatischem Gebiet
- Wiederaufbaumaßnahmen laufen noch bis Ende 2007
·Thailand: Tsunami-Frühwarn-Boje erstellt
Vorkehrung zum zweiten Jahrestag des Unglücks
·Stichwort: Tsunami - Berge aus Wasser!
Flutwellen können Höhe von bis zu 30 m erreichen
Nachbar in Not (NiN) hilft auch zwei Jahre nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien. In Projekte in Indonesien, Sri Lanka und Indien sind laut Michael Opriesnig vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) - er ist NiN-Vorsitzender - 31,5 Mio. Euro geflossen. Eine weitere Mio. von insgesamt 32,5 Mio. Euro an Spenden befinde sich "in Reserve".
"Noch immer sind zigtausende Menschen von unserer Hilfe abhängig. Unsere Organisationen arbeiten weiterhin daran, Lebensbedingungen zu verbessern", erinnerte Opriesnig eine Woche vor dem zweiten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe, in einem Pressegespräch in Wien. Nach Sri Lanka sind seinen Angabern zufolge 13,5, nach Indonesien 10,8 und nach Indien 7,2 Mio. Euro an Spendengeldern geflossen.
"Ein wenig mit Stolz" erfülle ihn, "dass wir als Nachbar in Not (und hier wiederum insbesondere das ÖRK, Anm.) auch dort tätig sind, wo es viele andere nicht mehr sind". Der NiN-Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhang auf den Norden und Osten Sri Lankas, wo der Bürgerkrieg wieder aufgeflammt ist. In der Region sei "noch sehr viel Hilfe notwendig. Wir sind dort geblieben, auch unter schwierigsten Bedingungen". Opriesnig zeigte sich zuversichtlich, dass alle Wiederaufbaumaßnahmen bis Ende 2007 abgeschlossen sind. Es müsse jedoch die Option offen bleiben, "dass es noch bis 2008 weitergeht".
Zu den großen NiN-Projekten zählt u.a. der Wiederaufbau des Meuraxa-Krankenhauses an einem neuen Standort in Banda Aceh. Die Inbetriebnahme des Spitals ist laut Ulrike Schelander von Care Österreich für September 2007 vorgesehen. Das Hilfswerk Austria-Projekt wird u.a. 110 Betten, eine Kinderklinik, eine Basischirurgie, ein Laboratorium und eine Entbindungsstation umfassen. Das Krankenhaus in der vom Tsunami schwer getroffenen Stadt sei "dringend notwendig", so Schelander. Care selbst betreibt in Indonesien weiterhin psychosoziale Hilfe. Der Fall sein soll das bis August 2008.
Es gehe vor allem darum "intelligent" zu helfen, verwies Christoph Petrik-Schweifer von der Caritas u.a. auf die notwendige Existenzsicherung. Für den Wiederaufbau von Häusern seien die betroffenen Menschen selbst zuständig gewesen. Das habe geholfen, "den Mut und den Glauben an die Zukunft nicht zu verlieren und die Tragödie zu verarbeiten".
Unter Einbeziehung anderer Aktionen habe NiN in den vergangenen zwei Jahren 44 Mio. Euro gesammelt, erinnerte Jörg Ruminak, ORF-Leiter der Initiative, am Dienstag. "Ein Nachbar ist auf jedem Kontinent zu finden. Er kann überall sein." Ruminaks Resümee: "Es ist gut, dass es Nachbar in Not gibt." (apa)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
