Gewalt im Irak so schlimm wie nie zuvor: Alarmierender Bericht des US-Pentagons
- Pro Woche 959 Angriffe auf Soldaten oder Zivilisten
- Seit Beginn des Krieges starben 3.000 US-Militärs
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Die Sicherheitslage im Irak hat sich laut einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums weiter verschlechtert. Demnach nahm die Zahl der Anschläge von Mitte August bis Mitte November um 22 Prozent zu. Pro Woche kam es durchschnittlich zu 959 Angriffen auf Soldaten oder Zivilisten. Der neue US-Verteidigungsminister Gates will sich unterdessen sehr bald persönlich ein Bild von der Lage machen.
Hauptziel der Anschläge seien mit 68 Prozent weiterhin die US- Truppen und ihre Verbündeten, die "überwältigende Mehrheit" der Opfer seien jedoch Iraker. Die Mehrzahl davon (54 Prozent) ereigne sich in den Provinzen Bagdad und Anbar. Die Zahl der zivilen Opfer sei im beobachteten Zeitraum um zwei Prozent angestiegen.
Obwohl im vergangenen Vierteljahr weitere 45.000 irakische Sicherheitskräfte ausgebildet worden seien, habe es nur wenig Fortschritte bei den Bemühungen des irakischen Ministerpräsidenten Maliki gegeben, die zunehmende Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten einzudämmen, heißt es in dem Pentagon-Bericht.
Seit Beginn des Krieges im März 2003 kamen im Irak fast 3.000 US- Soldaten ums Leben. Die negativsten Auswirkungen auf die Sicherheitslage hat die Miliz des radikalen Schiitenführers Muktada al-Sadr, die so genannte Mehdi-Armee. Sie habe die irakische Zelle des Terroristennetzwerks Al Kaida als gefährlichste Kraft abgelöst.
Der neue Verteidigungsminister Gates warnte unterdessen vor einem Scheitern im Irak. Bei seiner Vereidigung sagte er, ein Versagen würde die USA auf Jahrzehnte gefährden. Der 63-Jährige räumte allerdings ein, dass sich derzeit auch kein Sieg abzeichne. Er werde sehr bald in den Irak reisen, um sich von der Militärführung eine ehrliche Einschätzung über die Lage geben zu lassen, sagte Gates.
(apa/red)
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