Reaktion auf Massenentführung: Roter Halbmond stellt in Bagdad seiner Arbeit ein
- Entführer haben 17 der 30 Geiseln freigelassen
Nach der Massenentführung von Mitarbeitern des Roten Halbmonds in Bagdad hat die Hilfsorganisation ihre Arbeit in der irakischen Hauptstadt gestoppt. Sie solle erst wieder aufgenommen werden, wenn alle der 30 Verschleppten wieder frei seien, sagte der Generalsekretär der Organisation im Irak, Masen Abdullah. Bisher hätten die Entführer 17 Geiseln freigelassen, überwiegend Mitarbeiter des Roten Halbmondes. Ihnen gehe es gut.
Unbekannte in Polizeiuniformen hatten ein Büro der Organisation in Bagdad gestürmt, die anwesenden Männer von den Frauen getrennt und dann verschleppt. Die Freigelassenen seien in verschiedenen Stadtteilen Bagdads ausgesetzt worden, sagte Abdullah. Darunter seien auch zwei irakische Wachen, die in der benachbarten Botschaft der Niederlande arbeiteten. Über den Hintergrund der Entführung wisse er nichts.
Der Großteil der Arbeit des Roten Kreuzes (IKRK) im Irak läuft über den Roten Halbmond. Er ist mit seinen 1000 Mitarbeitern und 200.000 Freiwilligen die einzige Hilfsorganisation, die in allen 18 Provinzen des Landes agiert. In Bagdad hat er 40 Büros. Die Vertretungen in anderen Landesteilen arbeiten Abdullah zufolge normal weiter. Auch das IKRK forderte eine sofortige Freilassung der Entführten.
In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Massenentführungen im Irak gegeben. Sie werden häufig von bewaffneten Vertretern der beiden großen irakischen Konfessionsgruppen - Schiiten und Sunniten - verübt. (apa/red)
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