Hussein vor Gericht: Ist für Giftgas gegen Iran verantwortlich, aber nicht schuldig
- Verteidigung spricht von einem legitimen Vorgehen
- "Akzeptiere keine Beleidungung meiner Prinzipien"
Der irakische Ex-Präsident Saddam Hussein hat sich für Giftgas-Angriffe auf den Iran während des Krieges in den 80er Jahren verantwortlich erklärt. Er trage aber nicht die Schuld an solchen Einsätzen gegen Iraker, sagte Saddam in seinem Bagdader Prozess wegen Völkermordes. Dabei geht es um den Einsatz von Giftgas während des Militäreinsatzes Anfal gegen Kurden im Nordirak.
"In Bezug auf den Iran: Wenn ein militärischer oder ziviler Amtsträger behauptet, dass Saddam den Einsatz konventioneller oder spezieller - also chemischer - Munition befohlen habe, werde ich mit Ehre die Verantwortung übernehmen", erklärte der Angeklagte. "Ich werde jedoch über jede Tat diskutieren, die gegen unser Volk oder einen irakischen Bürger - ob Araber oder Kurde - verübt wurde", fuhr er fort. "Ich akzeptiere keine Beleidigung meiner Prinzipien oder meiner Person."
Die Staatsanwaltschaft wirft Saddam vor, als Teil des Anfal-Einsatzes die Ermordung von bis zu 180.000 Menschen mit Giftgas und durch Massenhinrichtungen veranlasst zu haben. Die Verteidigung spricht von einem legitimen Vorgehen gegen kurdische Aufständische, die sich im Krieg mit dem Iran 1980 bis 1988 mit der Islamischen Republik verbündet hätten.
Um Saddams Schuld nachzuweisen, legte die Anklage am Montag Regierungsdokumente aus seiner Amtszeit vor. In einem Vermerk des Militärgeheimdienstes hieß es, das Präsidentenbüro habe den Einsatz von Giftgas genehmigt. Bei einem Schuldspruch droht Saddam die Todesstrafe. Er ist in einem anderen Verfahren bereits zum Tode verurteilt worden. (apa)
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