Bein wurde mit Operation gerettet: Arbeiter
nach Explosion in Linz in stabiler Verfassung
- Internationales Expertenteam sucht nac Ursachen
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Der Zustand jenes Arbeiters, der bei der Explosion auf dem Gelände der Agrolinz Melamine schwer verletzt worden ist, ist vorerst stabil. Die kommenden Tage seien aber noch kritisch, hieß es aus dem Linzer Unfallkrankenhaus. Da die Ursache der Detonation nach wie vor unklar ist, hat die AMI ein internationales Expertenteam zusammengestellt. Es soll am 27. Dezember eintreffen.
Der 23-jährige AMI-Mitarbeiter hatte bei dem Unglück schwere Verletzungen am Becken und an den Extremitäten erlitten. Die Ärzte des Linzer Unfallkrankenhauses konnten in einer zehnstündigen Marathon-Operation das Bein des Mannes aus Leonding (Bezirk Linz-Land) retten. Der Patient werde weiterhin künstlich beatmet, sagte Anästhesie-Primar Nadjdat Ghazwinian. Es seien noch Folgeoperationen nötig.
Die Familienangehörigen der verunglückten Arbeiter erhalten psychologische Betreuung, hieß es bei der AMI. Auch für die Kollegen der Opfer und die Hilfsmannschaften stehen Kriseninterventions-Helfer zur Verfügung.
Die AMI hat ein internationales Expertenteam eingesetzt, das die Unfallursache und den Unglückshergang klären soll. Es werde am 27. Dezember die Arbeit aufnehmen, teilte AMI-Pressesprecher Gerald Kneidinger mit. Bis dahin bleibe die Ammoniak-Anlage I, die sich direkt neben dem Unglückskessel befindet, aus Sicherheitsgründen heruntergefahren. Derzeit gebe es allerdings keine Hinweise auf weitere Schäden - weder an Gebäuden, noch an technischen Einrichtungen, so Kneidinger.
Donnerstag früh war aus bisher ungeklärter Ursache ein Laugentank explodiert. Zwei Arbeiter einer Fremdfirma - ein 54-jähriger Techniker aus Schwertberg (Bezirk Perg) und sein 38-jähriger Kollege aus Traun (Bezirk Linz-Land) - wurden durch die Druckwelle getötet. Ein Sicherheitsposten der AMI erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Der jüngste Unfall zeige, dass detaillierte Notfallpläne ihre Berechtigung haben, betonte der für den Katastrophenschutz zuständige Landesrat Josef Stockinger. Das Land Oberösterreich, die Stadt Linz, die Nachbargemeinde Steyregg sowie die vier beteiligten Unternehmen im Chemiepark hätten eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei Schadensereignissen. Die Notfallpläne würden einmal pro Jahr praktisch geübt. "Damit erfüllen wir die höchsten internationalen Standards".
(apa/red)
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