Böser Unfall beim Eisklettern in Hintersee: Einsturz der Eiskapelle fordert einen Toten
- Flachgau: Zwei Mann eingebrochen und verschüttet
- Weltmeister wurde von großer Eisscholle erschlagen
Bei einem Unfall beim Eisklettern sind in Hintersee in Salzburg zwei Männer verunglückt, einer davon tödlich. Bei dem Toten handelt es sich um den Salzburger Profi-Kletterer Harry Berger. Die beiden Sportler waren im Bereich der so genannten Eiskapelle eingebrochen und verschüttet worden.
Der dreifache Weltmeister im Eisklettern hatte mit einem Freund ein Training an der Stirnseite eines fünf Meter hohen Überhangs absolviert. Plötzlich brach eine große Eisscholle weg und begrub Berger unter sich. Sein Kollege wurde leicht verletzt und vom ÖAMTC- Notarzt versorgt.
Der Profi-Kletterer wurde vom Rumpf abwärts unter den Eismassen begraben. Feuerwehrleute mussten seine Leiche mit einem Spezialgerät befreien. Der Hubschrauber "Libelle" des Innenministeriums holte dazu ein Hebekissen von der Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg. Zwei Feuerwehrleute stiegen mit an Bord und beteiligten sich am Einsatz.
Die Eiskapelle ist bei Wanderern und Eiskletterern sehr beliebt. Sie liegt in einem kesselförmigen Graben auf 850 Meter Seehöhe und bildet sich aus den Lawinenabgängen des Wieserhörndls.
Der "Minigletscher" schmilzt über dem Sommer normalerweise weg, nach dem schneereichen Winter des Vorjahres blieb das Naturschauspiel aber erhalten. Durch kleine Bäche entsteht ein ganzes Tunnelsystem. Die von Luftturbulenzen erzeugte Wabenstruktur erinnert an das Kreuzrippengewölbe einer Kapelle. Die Tunnel sind aber gefährlich, sie können jederzeit einbrechen.
(apa/red)
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