Polizeibeamte auf der Suche: Über 800 Personen gelten in Österreich als vermisst
- 80 Prozent tauchen nach kurzer Zeit wieder auf
- Zwei Drittel der Gesuchten sind Männer
Rund 800 Abgängigkeitsanzeigen werden jährlich in Österreich erstattet. Etwa ein Viertel der Vermissten sind Minderjährige, so Helmut Greiner vom Bundeskriminalamt. 80 Prozent tauchen nach kurzer Zeit wieder auf. Einer von ihnen ist ein 26- jähriger Wiener, der dreieinhalb Wochen abgängig war und Mitte Dezember in der Wiener Innenstadt bewusstlos und mit Gedächtnisverlust aufgefunden wurde.
Der Mann aus dem Bezirk Währing war am 20. November zuletzt auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz bei einem Elektrokonzern in Landstraße gesehen worden. Am 14. Dezember fand ein Arbeitskollege den bewusstlosen Techniker am Schwedenplatz. "Er leidet an Gedächtnisverlust und weiß nicht einmal mehr seinen eigenen Namen", sagte Greiner. Derzeit gehen die Ermittler nicht von einem Gewaltverbrechen aus. Was sich in diesen dreieinhalb Wochen tatsächlich ereignet hat, liegt laut Polizei im Dunklen.
Andere Vermisste tauchen auch nach Jahren nicht wieder auf. In der Datenbank des Bundeskriminalamts schlummern auch Fälle von seit Jahrzehnten Verschwundenen. Seit Anfang Dezember des Vorjahres ist beispielsweise eine 32-jährige Architektin aus Wien-Donaustadt verschwunden. Die Mutter wurde noch dabei beobachtet als sie in der Früh in ein dunkles Auto einstieg. "Seither ist jeglicher Kontakt zu ihr abgebrochen", sagte Greiner.
Seit Ende Juni 2006 ist auch ein 16-jähriges Mädchen aus Pulkau in Niederösterreich wie vom Erdboden verschluckt. Julia Kührer wurde am 29. Juni das letzte Mal gesehen. Ein paar Tage zuvor hatte sie die Beziehung zu ihrem Freund beendet.
Derzeit wird in Österreich nach 823 Vermissten gesucht. Zwei Drittel davon sind Männer, etwa ein Viertel ist unter 18 Jahre alt. Die Suche nach Abgängigen wird von der Polizei erst beendet, wenn die Verschollenen gefunden sind. (apa/red)
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