Erschreckende Entwicklung: In Österreich gehen 1.000 Minderjährige auf den Strich
- Allein in Wien 200 Prostituierte unter 18 Jahren
- Tausende haben im Ausland Sex mit Minderjährigen
In Österreich prostituieren sich Schätzungen zufolge etwa 1.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Allein in Wien gehen 200 Minderjährige auf den Strich, sagt Astrid Winkler von der Kinderschutzorganisation ECPAT. Kinderhandel und -prostitution haben in den vergangenen Jahren international zugenommen, zeigt der Monitoringbericht zur kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen auf.
Laut Bundeskriminalamt wurden von Jänner bis November 2006 sechs Fälle von Kinderprostitution bekannt. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es vier. Auch pornografische Darstellungen im Internet sind in Österreich ein Problem: Im Vorjahr wurden hier zu Lande mehr als 900 strafrechtlich relevante Online-Handlungen registriert. "95 Prozent davon haben Kinderpornografie betroffen", sagte Helmut Sax vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte.
Etwa 2.500 bis 4.500 Männer aus Österreich haben laut Schätzungen der Organisation im Ausland Sex mit Minderjährigen. Drei Fälle werden derzeit polizeilich und gerichtlich verfolgt. Laut Polizeiexperten liegt die Dunkelziffer weit höher: Auf ein bekannt gewordenes Delikt dürften 1.000 kommen, die unentdeckt bleiben. Österreichische Sextouristen seien zunehmend in grenznahen Ländern unterwegs, heißt es weiter.
International ist ein Anstieg bei der Prostitution von Buben zu bemerken, sagte Alessia Altamura von ECPAT International. Vor allem in Bangladesch, Pakistan und Indien sind sie immer häufiger Sex-Opfer. Die traditionellen Destinationen Thailand und die Philippinen werden von europäischen Kindersextouristen zunehmend gemieden - sie weichen dafür nach Indonesien oder Kambodscha aus.
In westlichen Ländern wird laut ECPAT immer öfter das Phänomen der "freiwilligen Prostitution" beobachtet: Jugendliche verkaufen ihren Körper wegen des gestiegenen Konsum- und Kaufdrucks.
(apa)
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