Jeder 2. Österreicher für Pkw-Maut: Durch- schnittskosten dürfen aber nicht steigen!
- Nur 43% der Bevölkerung sind dann für die Vignette
- Stimmung kippt bei Kilometer-Maut von fünf Cent
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Jeder zweite Österreicher spricht sich für eine kilometerabhängige Autobahnmaut aus, wenn für einen Durchschnittsfahrer die Kosten dadurch nicht steigen. Nur 43 Prozent der Bevölkerung sind dann für die Vignette, geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts "market" für das ORF-Wirtschaftsmagazin "Eco" hervor.
Die Frage lautete, für welche Variante man sich entscheiden würde, wenn man die Wahl zwischen einer Vignette zum derzeitigen Preis von 72,60 Euro und einer Maut von je 1,60 Cent pro Kilometer hätte. Dieser Tarif würde sich laut Asfinag-Rechnung ergeben, wenn der jetzige Preis für eine Jahresvignetten für einen durchschnittlichen Autobahnbenützer auf einen Kilometersatz umgelegt würde.
Dabei zeigte sich, dass die Mautbefürworter mit 50 Prozent knapp die Nase vorne haben. Vielfahrer (mehr als 5.000 Autobahnkilometer pro Jahr) bevorzugen die Vignette mit einer überwiegenden Mehrheit von 79 Prozent, von den Wenigfahrern (jährlich unter 1.000 Kilometer auf der Autobahn) würden bei einer Wahlmöglichkeit nur 30 Prozent zur Vignette greifen.
Ähnliche Ergebnisse hatte auch schon eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifes erbracht. Darin sprachen sich 52 Prozent der Österreicher für eine kilometerabhängige Pkw-Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen aus, wenn die Vignette dafür abgeschafft wird und es Ausnahmen für Pendler gibt. Die Zahl der Befürworter einer Pkw-Maut nimmt demnach auch noch zu, wenn die Fixgebühren für die Jahresvignette in Zukunft steigen sollten.
In der Market-Umfrage wurde die Bevölkerung auch zu den kolportierten Plänen befragt, statt der Vignette eine kilometerabhängige Maut von fünf Cent pro Kilometer einzuführen, mit der künftig nicht nur die Instandhaltung, sondern auch die Neubaukosten abgedeckt werden sollen. Das Modell, das im Gegenzug eine Entlastung für Pendler vorsieht, findet dennoch mehrheitlich keine Zustimmung: 51 Prozent lehnen es eher bzw. total ab.
Dass die Autofahrer für die Benützung der Autobahn einen Beitrag für die Instandhaltung leisten müssen, steht für die große Mehrheit (85 Prozent) außer Frage. Lediglich zwölf Prozent wünschen sich, dass dafür ausschließlich der Staat aufkommt.
Die Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag erhält von den Österreichern für ihre Arbeit durchaus gute Zensuren: 70 Prozent sind sehr bzw. eher zufrieden mit der geleisteten Arbeit.
Kritik: Stimmungsmache mit Umfragen
Der Autofahrerclub ÖAMTC kritisiert massiv die "Meinungsumfragen" zur Einführung einer Pkw-Maut. Es werde "Stimmung gemacht" und den Autofahrern falsche Tatsachen vorgegaukelt. "Autofahrer werden hier schlichtweg für dumm verkauft" sagte die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Die FPÖ hingegen sieht durch die Maut den Wirtschaftsstandort Österreich gefährdet und sieht eine Katastrophe heraufziehen, sollte sie umgesetzt werden.
Für den Durchschnittsfahrer, der jährlich etwa 3.500 Kilometer fahre, würden sich die Kosten bei fünf Cent pro Kilometer auf das Zweieinhalbfache erhöhen. Es gehe schlichtweg um Mehreinnahmen bei der Mautdiskussion, argumentiert die Verkehrsexpertin des Autofahrerclubs.
(apa/red)
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