Weg frei für die Nordautobahn: Alpine darf bauen - Akor zieht seine Beschwerde zurück
- Grünes Licht: 1 Mrd. -Auftrag unter Dach und Fach
- Auch Porr, Strabag und Billfinger dürfen mitnaschen
2.600 Lkw sind zuletzt täglich durch Poysdorf durchgefahren. Hier und in allen anderen Gemeinden entlang der stark befahrenen B7 Brünner Straße herrscht nun Aufbruchstimmung: Sie bekommen jetzt eine neue groß angelegte Umfahrungsstraße, die Nordautobahn A5. Deren Bau steht nichts mehr im Weg, nachdem eine österreichische Lösung einem monatelangen Verfahren vor dem Vergabeamt jetzt endgültig ein Ende gesetzt hat. Auch die unterlegen Bieter - allen voran Raiffeisen - naschen als Subunternehmer beim knapp eine Milliarde Euro schwere Auftrag mit und haben dafür ihre Beschwerde zurückgezogen.
Wie die stellvertretende Vorsitzende des Bundesvergabeamts, Viktoria Mugli-Maschek, bestätigte, hat zuletzt nun auch das Konkurrenzkonsortium AKOR unter anderem mit Raiffeisen, Strabag und Porr seine Beschwerde zurückgenommen. Der dritte Bieter, der deutsche Baukonzern Billfinger Berger hatte seinen Einspruch schon im Oktober revidiert. Jetzt wird die Asfinag nun den Auftrag an den Bestbieter mit dem klingenden Namen "Bonaventura" rund um die österreichische Alpine-Mayreder, die deutsche Hochtief und den französischen Infrastrukturbau-Spezialisten Egis den Zuschlag erteilen.
Noch im Jänner soll für das 51 Kilometer lange erste Teilstück zwischen Wien und Mistelbach der Spatenstich erfolgen.
Die Nordautobahn wird die erste "private" Autobahn in Österreich sein. Im Rahmen einer so genannten "Public Private Partnership" (PPP) wird das Baukonsortium auch die Vorfinanzierung sowie für die nächsten 30 Jahre ebenso Betrieb und Wartung der Autobahn übernehmen - eine Konstruktion, die für eine Autobahn bisher auch europaweit einzigartig ist. Erst nach Ablauf der Konzession fällt die Autobahn in die Hände der Asfinag. Den Finanzierungspartnern kommt daher bei dem Projekt eine besondere Rolle zu. Auch Strabag, Porr und Billfinger-Berger sollen jedoch einen kleinen Teil des Kuchens abbekommen haben, wird gemunkelt.
"Es kommt häufig vor, dass Beschwerdeanträge wieder zurückgezogen werden. Die Gründe sind uns in der Regel nie bekannt", sagte Mugli-Maschek.
Der jetzige Auftrag umfasst neben der A5 bis Mistelbach (genauer Schrick) auch deren Anbindung in Wien an die Donau-Ufer-Autobahn (A22) und an die Südost-Tangente (A23). "Bonaventura" erhält insgesamt eine Vergütung von rund 945 Mio. Euro (Barwert). Das Konsortium war damit mit Abstand der günstigste Anbieter. Akor hatte laut Medienberichten ein Angebot in Höhe von 1,074 Mrd. Euro gelegt, Billfinger-Berger hätte demnach 1,134 Mrd. Euro in Rechnung gestellt
"Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk für unsere Orte. Damit ist absehbar, dass der Lkw-Verkehr in absehbarer Zeit nicht mehr durch unsere Orte donnert", freut sich Karl Wilfing, Bürgermeister von Poysdorf.
Die Verlängerung der A5 bis zur Grenze nach Tschechien ist unterdessen noch in Planung. Ob auch sie als "PPP"-Projekt abgewickelt werden wird, ist noch offen. Die Asfinag wird nach dem Zuschlag nun erst einmal die Erfahrungen aus dem ersten Projekt dieser Art bewerten. Die Entscheidung muss dann der künftige Verkehrsminister treffen. Wilfing rechnet mit der Fertigstellung des ersten Teilstücks bis Schrick bis 2009. Bis 2010 könnte auch das zweite Teilstück bis Drasenhofen fertiggebaut sein, hofft er.
(apa/red)
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