Airbus A380 erhält Pickerl: Starterlaubnis
für den neuen Giganten der Lüfte erteilt
- Super-Flieger darf im Liniendienst eingesetzt werden
- Grünes Licht für Lieferung an die Fluggesellschaften

Der Super-Airbus A380 kann im Liniendienst starten. Mit der Zulassung durch die wichtigsten Luftfahrt-Aufsichtsbehörden in Europa und Amerika ist der Weg für die Lieferung an die Fluggesellschaften frei. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln teilte mit, dass die "Muster-Zulassung" für das grundlegende Flugzeugmodell übergeben wurde.
Die Basisversion sei von der EASA als sicher befunden worden, alle Bauvorschriften seien eingehalten worden, sagte eine EASA-Sprecherin. Airbus könne nun das Modell kommerziell nutzen. Im Stammwerk Toulouse wurden die Zulassungsdokumente für das weltgrößte Passagierflugzeug mit 555 Sitzen bei einer Zeremonie übergeben, an der Vertreter von Zivilluftfahrtbehörden etlicher Länder teilnahmen.
"Dieses doppelte Zulassungssiegel markiert einen entscheidenden Meilenstein im A380-Programm", hob Airbus-Chef Louis Gallois hervor. Zusammen mit der EASA zeichnete auch die US-Federal Aviation Administration (FAA) die Dokumente ab. "Die Musterzulassung liefert vor allem den klaren Beweis für die technische Ausgereiftheit der A380", sagte Gallois. Das Flugzeug treffe und übertreffe alle Erwartungen hinsichtlich Leistung, Reichweite und Umweltfreundlichkeit sowie Komfort.
Flugtechnisch hat der weltgrößte Passagierjet bereits von zahlreichen Pioten Bestnoten erhalten. Produktionsprobleme führten jedoch zu drastischen Lieferverzögerungen bei dem Riesenflugzeug, das Airbus in die Krise stürzte. Im Schnitt müssen Kunden zwei Jahre länger als geplant auf die bestellten Flugzeuge warten, für deren Innenausstattung das Hamburger Airbus-Werk zuständig ist. Startkunde Singapore Airlines soll nun im Oktober 2007 die erste A380 erhalten.
Das Airbus-Großraumflugzeug sei von 42 Experten in Hunderten von Flugtests und Einzelprüfungen getestet worden, berichtete eine EASA- Sprecherin. Eine besondere Herausforderung beim Zulassungsverfahren stellte der Evakuierungstest dar, bei dem 853 Test-Passagiere sowie die 20 Besatzungsmitglieder das Großraumflugzeug innerhalb der vorgeschriebenen Zeit über Notrutschen verlassen mussten. Sie benötigten dazu nach Airbus-Angaben lediglich 78 Sekunden und waren 12 Sekunden schneller als erforderlich. 1998 habe das Zulassungsverfahren bei der französischen Luftfahrtbehörde begonnen, berichtete die Sprecherin. Die EASA habe das Verfahren 2003 fortgesetzt. Insgesamt habe es etwa 800 Meetings gegeben, rund 1500 Dokumente seien geprüft worden.
Für das Flugzeug, das 481 bis 853 Passagieren Platz bieten kann, hat Airbus bisher 166 Bestellungen und Kaufverpflichtungen von 15 Kunden erhalten. Die Gewinnschwelle liegt allerdings erst bei 420 Maschinen.
Die von den einzelnen Fluggesellschaften gewünschten Modifizierungen müssen später eigens zugelassen werden, erklärte die EASA. Die Zulassung der EASA gilt den Angaben zufolge für die Länder der Europäischen Union sowie die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.
An den Tests waren fünf A380 beteiligt. Auf rund 800 Flügen haben bisher 80 Airline- und Zulassungspiloten in mehr als 2.600 Flugstunden das Riesenflugzeug erprobt, das Airbus zufolge leiser als jedes andere Verkehrsflugzeug fliegt. 38 Flughäfen in der ganzen Welt wurden bisher schon besucht.
(apa/red)
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