Die Tech-Revolution im Gesundheitswesen?
Neue Wege zum digitalen Patienten von IBM
- "E-Health": RFID-Chips vernetzen Gesundheitssystem
- Pilotprojekt in Nizza zeigt Krankenhaus von morgen

·Die Tech-Revolution im Gesundheitswesen
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In einem Pilotprojekt mit dem Universitätskrankenhaus von Nizza hat IBM nicht nur die Patienten, sondern auch alle medizinischen Geräte und die Tablet-PCs der Ärzte mit Funketiketten ausgestattet. Vorgestellt wurden die Hightech-Helferlein bei einem Pressegespräch im französischen La Gaude.
Gleich nach der Ankunft in der Notaufnahme bekommt der Patient ein RFID-Armband, das ihn durch die Behandlungsstationen begleitet und auf dem der medizinische Zustand sowie die bereits abgeschlossenen beziehungsweise noch ausstehenden Behandlungsschritte in Echtzeit abgespeichert werden. "Außerdem kann damit die Position des Patienten auf 50 Zentimeter genau bestimmt werden", sagte Jean-Michel Corrieu, European Technical Manager bei IBM, gegenüber der APA.
Effizientere Behandlung in Aussicht
Diese Informationen stehen dann dem medizinischen Personal sowohl auf großen LCD-Bildschirmen als auch auf den mobilen PCs der Ärzte zur Verfügung. Abrufbar sind zudem aktuelle Untersuchungsergebnisse, die Auslastung der Abteilungen und ob in ausreichender Anzahl medizinisches Equipment bereit steht. "Der Arzt muss sich nicht in die Radiologie bemühen, sondern kann die Röntgenbilder online abfragen. Außerdem wird die Schwere eines Falles angezeigt, um die Reihenfolge der Behandlung festzulegen", so der Manager. Durch diese drahtlose "Geolokalisierung" habe die Geräteverfügbarkeit erhöht, der Behandlungsprozess gestrafft und so die Patientenversorgung verbessert werden können.
"Und die Einsatzszenarien in diesem Bereich gehen sehr viel weiter: Von der RFID-Kennzeichnung der Blutkonserven bis hin zur effektiven Nachsorge von Patienten ist sehr viel möglich", erklärte Corrieu. Es gehe darum, "die physische Präsenz mit dem Geschäftsmodell zu verknüpfen, und den Patientenfluss zu optimieren". Die Suche nach einem freien Bett dauere üblicherweise viel zu lange. Bei diesem System werde hingegen, sobald klar ist, dass der Patient im Krankenhaus bleiben muss, automatisch ein Bett zugeteilt. Und da auch die Rollstühle mit Chips ausgestattet worden seien, könne jederzeit abgerufen werden, in welcher Abteilung wie viele Geräte zur Verfügung stehen.
Keine Verwechslung möglich
Außerdem sei durch die Funketiketten nachvollziehbar, welcher Arzt eine bestimmte Behandlung durchgeführt hat, was bei einer Fehlersuche hilfreich sein könnte. Vorbehalte der Ärzteschaft gegen die Lokalisierung wollte der Experte nicht bestätigen. "Der Chip wird ja nur innerhalb des Emergency Rooms getragen, nicht in den restlichen Abteilungen des Krankenhauses." Die Schulung zur Einführung des Systems habe "ein paar Wochen gedauert".
Systemkosten schwankend
Auf den Schutz der Daten werde natürlich geachtet, erklärte Corrieu: "Die Privatsphäre ist gesichert, weil wir nur Aliase und nicht den wirklichen Namen der Patienten verwenden." Angaben zu möglichen finanziellen Einsparungen durch die Einführung des Systems wollte Corrieu nicht machen. Die Kosten für die Implementierung würden je nach Integrationstiefe "ein paar hunderttausend bis Millionen Euro" betragen. Zurzeit werde in Nizza an der Integration in das restliche Krankenhaussystem gearbeitet.
Auf der sicheren Seite?
Weitere Einsatzgebiete sieht IBM im Kampf gegen gefälschte Medikamente: Die Pharmaindustrie nutze RFID verstärkt, um Verbraucher vor Plagiaten und Fälschungen zu schützen. Außerdem könne sichergestellt werden, dass die Patienten nur Medikamente erhalten, die miteinander verträglich sind. Der Kunde habe aber die Möglichkeit, vor dem Verlassen der Apotheke den RFID-Transponder zu deaktivieren. (apa/red)
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