Menschen fehlt Kälte und Schnee: Warmes Wetter schmilzt die Weihnachtsstimmung
- Psychologe: Weiße Festtage sind Teil von Wunschbild
- "Weihnachten ist Fantasie von einem Gefühlszustand"
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Kälte und Schnee gehören in der Vorstellung vieler Menschen zu Weihnachten wie das Vanillekipferl und die Christbaumkugel. Doch heuer fehlt das Frösteln: Statt dick eingepackt beim Glühweinstand fest zu frieren, konnte man im Advent Handschuhe und Schal bisher meist Zuhause lassen. "Von der Emotionalität her haben wir damit Probleme", sagte der Psychologe Cornel Binder-Krieglstein im APA-Gespräch.
"Weihnachten ist die Fantasie von einem Gefühlszustand. Dazu gehören gewisse Dinge, wie Menschen, die einem nahe stehen, oder ein Baum", meinte der Vizepräsident des Berufsverbands Österreichischer Psychologen. Auch das Thema Wetter komme zum Tragen: "In unseren Träumen sehen wir, dass zu Weihnachten Schnee liegt", so der Psychologe. Diese Vorstellung sei Teil eines Wunschbildes vom Fest. Sind die Temperaturen wie heuer im Winter alles andere als arktisch, sei das eine Herausforderung für den Gemütszustand und erfordere Anpassung.
Um trotzdem in Weihnachtsstimmung zu kommen, solle man sich dieses bestimmte Gefühl, das für jeden etwas anderes ausmacht, bewusst herbeiholen, riet der Experte. Für manche seien das etwa Urlaubstage, Kontakt zu Nahestehenden, Treffen mit Freunden oder auch Lieder singen unter dem Christbaum. Weihnachten ist für die meisten auch untrennbar mit sozialen Beziehungen, Freude - etwa am Festtagsschmaus - und individuellen Ritualen verbunden. "Diese Dinge sollte man verstärken und bewusst organisieren", meinte der Psychologe.
Wer für die perfekte Weihnachtsstimmung dennoch nicht auf die weiße Pracht verzichten will, "soll zu unkonventionellen Mitteln greifen" und die Festtagstafel etwa mit Watte dekorieren, riet er. Urlauber, die dieser Tage das Weite suchen, haben hingegen gar nicht das Bedürfnis nach festlicher Stimmung. Und wer in einer Region lebt, wo Temperaturen jenseits der 30 Grad zu Weihnachten die Norm sind, vermisst die Kälte ohnehin nicht, so der Psychologe. (apa/red)
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