Arktis könnte bis 2040 bereits eisfrei sein:
Computersimulation zeigt schreckliches Bild
- Reduktion von Treibhausgasen als einziger Ausweg
- Sich selbst verstärkender Effekt treibt Rückgang an

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Wenn der Mensch weiterhin so viele Treibhausgase in die Atmosphäre entlässt wie bisher, könnte die Arktis schon in 35 Jahren während der Sommermonate eisfrei sein. Dies berichten amerikanische Forscher. Aber auch im Winter wird die akrtische Eisdecke immer dünner. Nur noch die Reduktion der Treibhausgase könnte den Wandel noch aufhalten.
Das berichten amerikanische Forscher um Marika Holland von der Universität Washington im Journal "Geophysical Research Letters" (Bd. 33, Nr. 24).
Abschmelzen bis 2080 vorhergesagt
Eine Reduktion der Treibhausgase durch den Menschen könnte den Wandel noch aufhalten, betont Holland. Europäische Forscher hatten kürzlich ein Abschmelzen des Eises im Nordpolargebiet in den Sommermonaten bis zum Jahr 2080 vorhergesagt.
Wintereis schrumpft auf unter einen Meter
Eine Computersimulation von Holland und ihren Kollegen zeigt im Sommer 2040 nur noch kleine Eismengen an den Küsten Grönlands und Kanadas. Das Wintereis würde von momentan dreieinhalb Meter bis 2040 auf deutlich unter ein Meter schrumpfen.
Effekt verstärkt sich selbst
Die Forscher begründen den schnellen Rückgang des Eises vor allem mit einem sich selbst verstärkenden Effekt: Offene, dunkle Wasserflächen nehmen die Wärme des Sonnenlichts stärker auf als das helle Eis. Dadurch erwärme sich das Meer umso stärker, je mehr Eis bereits geschmolzen sei. Zudem könnte der Klimawandel auch die Strömungen beeinflussen, wodurch wärmeres Wasser in die Arktis gelange, erklären Holland und ihre Kollegen.
Nicht nur Eisbären bedroht
Experten des europäischen Klimaprojektes "Damocles" (Developing Arctic Modelling and Observing Capabilities for Longterm Environmental Studies) warnten Anfang Dezember, dass die Erderwärmung nicht nur Eisbären in ihrem Bestand bedrohe. Auch schwere Störungen in der gesamten Nahrungskette seien zu erwarten. "Das hat Auswirkungen für den Fisch, den wir hier letztlich auf den Tisch kriegen", sagte Eberhard Fahrbach vom Alfred-Wegner-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI/Bremerhaven). Mit dem zunehmenden Seeverkehr in den bisher entlegenen Gewässern könnte auch die Ausbeutung von Bodenschätzen und Rohstoffen wie Öl und Gas in der Arktis drastisch zunehmen.
(apa/red)
