Karten bei BAWAG-Verkauf neu gemischt? Post geht bei Cerberus-Konsortium an Bord
- Post und BAWAG derzeit vertraglich verbunden
- BayernLB bietet 2,6 Mrd. bar und Kapitalerhöhung
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im Jahr 1922 bis heute
Das Bieterfinale um die BAWAG ist noch spannender geworden: Hatte zuvor die börsenotierte Österreichische Post dem US-Fonds Cerberus mit einer Beteiligungsvereinbarung einen neuen Schub gegeben, so kamen am Abend Bestätigungen, dass für die angeschlagene Gewerkschaftsbank von anderer Seite in Summe bereits weit mehr als 3 Mrd. Euro geboten worden sein sollen.
Im Bieterwettstreit will die BayernLB nach Informationen aus Bankenkreisen 2,6 Mrd. Euro bieten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Der Verwaltungsrat der Bayerischen Landesbank hat heute Nachmittag beschlossen, für die BAWAG ein Angebot über 2,6 Milliarden Euro abzugeben", so eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwochabend. Das Offert umfasse noch zusätzlich eine Kapitalspritze für das angeschlagene Institut, die sich wohl auf rund 600 Mio. Euro belaufen dürfte, sagte die Person.
ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer hatte zu Mittag noch bekräftigt, dass jeder Käufer frisches Eigenkapital in die Bank stecken müsse. Dass die 900 Mio. Euro Bundeshaftung für die BAWAG nicht schlagend werde, sei "oberstes Primat". "Jeder neue Käufer muss daher einzahlen", so Hundstorfer im Gespräch mit der APA.
Der Konkurrent Cerberus bekam am Montag wiederum Unterstützung von der österreichischen Post, über die rund 1.300 Postämter wichtigster Vertriebspartner der BAWAG P.S.K. und somit einer "der" Player im Poker um die BAWAG ist. Wie am Mittwoch aus Gewerkschaftskreisen gegenüber der APA verlautete, soll es eine unterschriebene Absichtserklärung zwischen Postvorständen und Cerberus geben, wonach die Postler im Fall eines Zuschlags eine 5- bis 10-prozentige Beteiligung an der BAWAG eingehen würden. Damit wäre auch wieder ein Aufsichtsratsposten verbunden. Hundstorfer dazu: "Die Post wird mit ihren 1.300 Postämtern immer ein Teil des Projektes sein."
Dem "Cerberus-Konsortium" gehören seit längerem die Generali Versicherung und die Wüstenrot Bausparkasse an. Diese beiden Mitbieter unter Mehrheits-Führung des US-Fonds interessieren sich ebenfalls in eigener Sache für den flächendeckenden Vertriebskanal über BAWAG P.S.K. Das BAWAG P.S.K.-Filialnetz liegt auch der Post am Herzen. "Uns geht es um ein garantiertes Einkommen für die Postämter", hieß es in Post-Kreisen.
Die Bayerische Landesbank, die sich den Einstieg nun insgesamt 3,2 Mrd. Euro kosten lassen will, war bereits einmal an der BAWAG mit rund 46 Prozent beteiligt gewesen. Den Bayern, die dem ÖGB einen Kredit zum seinerzeitigen BAWAG-Aktien-Rückkauf gewährt hatten, wird wegen der damals verpfändeten Aktien eine wesentliche Rolle für den Fortbestand des Gewerkschaftsbundes ÖGB zugeschrieben.
(apa/red)
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