Samstag, 16. Dezember 2006

Air-Madrid ließ seine Passagiere sitzen: Spanische Billigfluglinie jetzt ohne Lizenz

  • Spanische Regierung entzieht Betriebserlaubnis
  • Gestrandete Fluggäste nach Hause gebracht

Die spanische Regierung hat die Betriebserlaubnis des spanischen Billigfluganbieters Air Madrid ausgesetzt. Gleichzeitig seien Flugzeuge gechartert worden, um Tausende gestrandete Fluggäste der Linie nach Hause zu bringen, teilte die Regierung mit. Am Freitag hatte die durch ihre bis zu zweitägigen Verspätungen bekannt gewordene Privatfluggesellschaft ihren Betrieb eingestellt.

Tausende Passagiere strandeten und etwa 120.000 Fluggäste bangten am Samstagmorgen um ihren Rückflug. Air Madrid hatte alle Flüge gestrichen, weil die spanische Regierung mit einem Entzug der Lizenz gedroht hatte. Dadurch sei das Ansehen der Airline nahezu vollständig zerstört und das Unternehmen in eine Krise gestürzt worden.

Dem Entwicklungsministerium zufolge ist der Entzug der Betriebserlaubnis eine Folge der unangemessenen Führung des Konzerns. Obwohl die Regierung dazu nicht verpflichtet sei, wolle sie sich darum kümmern, die gestrandeten Fluggäste nach Hause zu bringen. Die Kosten für die Rückflüge von etwa fünf Millionen Euro würden Air Madrid in Rechnung gestellt. Air Madrid flog hauptsächlich Ziele in Spanien und Lateinamerika an.

Der Billigflieger hatte sich mit Abflugverspätungen von bis zu 60 Stunden den Unmut der Behörden zugezogen. Die Verzögerungen hatten zu tumultartigen Szenen auf Flughäfen geführt.

(apa/red)

16.12.2006 21:57