FORMAT: Sparbuch schlägt Anleihenfonds!
Mit -Staatsanleihen '06 wenig zu verdienen
- Auch in Zukunft gute Zeiten für Sparbuch-Sparer
- Bei Kapitalsparbüchern 4,25% Fixzinsen möglich

·FORMAT: Steuertipps zum Jahresende!
Klicken: Was noch zu tun ist. Plus: Regeln für 2007
·NEWS: So retten
Sie heuer Ihr Geld!
Die besten Tipps, wie Sie 2006 noch Steuer sparen
Während die Sparbuchzinsen steigen, war mit Euro-Staatsanleihen-Fonds heuer kaum etwas zu verdienen. Das Sparbuch wird auch in Zukunft attraktiver bleiben.
Die Jagd nach hohen Zinsen verlief heuer ziemlich einseitig: Wer am Jahresanfang 10.000 Euro auf ein ganz normales Sparbuch mit drei Prozent Zinsen legte, hatte Anfang Dezember ohne jedes Risiko bereits 275 Euro verdient. Wer den gleichen Betrag in einen Euro-Staatsanleihen-Fonds investierte, hat sein Kapital im Durchschnitt bloß um 41 Euro vermehrt. Selbst dieses magere Ergebnis kam nur nach einer Aufholjagd zustande. Mitte des Jahres rutschten die Fonds sogar ins Minus. Einige Flaggschiffe unter den Anleihenfonds rangieren immer noch im roten Bereich. Und wenn man die KESt berücksichtigt, dürfte heuer praktisch kein Fondsbesitzer die Verdienstzone erreicht haben.
Auch in den kommenden Jahren dürfte ein simples Sparbuch die bessere Lösung sein. So bekommen Sparer derzeit für ein Kapitalsparbuch mit fünfjähriger Laufzeit bis zu 4,25 Prozent Fixzinsen. Zum Vergleich: Gleich lang laufende Staatsanleihen bieten derzeit nur eine Rendite von 3,73 Prozent. Und die Fondsmanager haben nicht nur das Problem, Papiere mit schlechteren Zinsen einkaufen zu müssen, sondern kämpfen zudem mit höheren Kosten. Während das Sparbuch praktisch spesenfrei ist, werden Käufern von Anleihenfonds neben etwa drei Prozent Ausgabeaufschlag auch noch 0,12 bis 0,24 Prozent Depotgebühr pro Jahr abgezogen. Dazu kommt noch die jährliche Managementgebühr für Euro-Anleihen-Fonds, die je nach Fonds zwischen 0,25 (siemens/european.bond) und einem Prozent liegen und direkt von den Fondserträgen abgezogen werden. Diese Gebühren sind derzeit praktisch nicht durch gutes Management wettzumachen. Dario Frigerio, globaler Chef der Pioneer-Fonds: "Wenn ein Fondsmanager zehn Prozent mehr verdient als das allgemeine Zinsniveau, ist er bereits ziemlich gut. Als die Zinsen vor einigen Jahren noch bei acht Prozent lagen, waren dass 0,8 Prozent und damit genug, um die Kosten abzudecken. Bei den heutigen Zinsen liegt aber der potenzielle Mehrertrag nur noch bei 0,3 bis 0,4 Prozent."
Wenig Ertrag, trotzdem bleibt Risiko
Damit ist ein Minderertrag gegenüber einem Direktkauf von Staatsanleihen praktisch sicher. Zwar besteht die Chance auf Kursgewinne, falls das allgemeine Zinsniveau weiter fallen sollte. Umgekehrt muss man auch ein mindestens gleich hohes Risiko auf Kursverluste einkalkulieren, falls die Zinsen von Staatsanleihen wieder steigen. Beide Möglichkeiten sind zwar auch beim Direktkauf von Anleihen gegeben, aber neutralisierbar. Spängler-Bank-Chef Heinrich Spängler: "Wer seine Anleihen bis zum Ende behält, bekommt die Anleihe pari zurück. Und wer sich zum Beispiel über mehrere Jahre verteilt Staatsanleihen mit fünfjähriger Restlaufzeit kauft, bekommt später jährlich ein fix kalkulierbares Kapital zurück."
Euro-Anleihen-Fonds als Auslaufmodell?
Für die Fondsgesellschaften ist die momentane Lage eine wirkliche Herausforderung: Anleihenfonds bilden mit einem Volumen von 70 Milliarden Euro die mit Abstand wichtigste Fondskategorie des 166 Milliarden Euro schweren österreichischen Fondsmarkts. Wenn jetzt Staatsanleihenfonds, die den Löwenanteil der 70 Milliarden ausmachen, unter derartigen Ertragsproblemen leiden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu hohen Mittelabflüssen kommt: Zwar konnte das Anleihenfondsvolumen in Österreich heuer noch gehalten werden, in Italien wurden aber in den ersten neun Monaten schon Fonds im Wert von 31 Milliarden Euro verkauft.
Die Fondsgesellschaften reagieren auf die Herausforderung mit der Suche nach Anleihesegmenten, die noch höhere Ertragschancen bieten.
Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT!
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien

