Inflationsrate ging 2006 deutlich zurück: Vorjahr brachte Rückgang auf 1,5 Prozent
- Geringfügige Erleichterung im Dezember verzeichnet
- Wohnen, Wasser und Energie an Teuerung Schuld

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Die Verbraucherpreise haben in Österreich im Jahr 2006 erstmals seit drei Jahren wieder um weniger als zwei Prozent zugelegt. Die Jahresinflationsrate lag mit 1,5 Prozent "um mehr als ein Drittel unter dem Wert des Vorjahres von 2,3 Prozent", sagte Peter Hackl, Chefstatistiker der Statistik Austria. Preistreiber waren im Vorjahr vor allem Energiekosten und Treibstoffe, günstiger wurden "fast schon traditionell" vor allem technische Geräte, sagte Hackl.
Ohne die Verteuerung bei Energie (Heizöl wurde um 13 Prozent teurer) und Treibstoffen (Diesel kostete um sieben Prozent mehr) hätte die Jahresinflation nur 1,0 Prozent betragen, so die Statistiker. Die starken Schwankungen der Ölpreise führten auch im Jahresverlauf zu starken Schwankungen der Inflationsrate. Nach sehr niedrigen Werten zu Jahresbeginn nahe 1,0 Prozent legte die Inflationsrate bis zum Sommer auf über zwei Prozent zu und ging gegen Jahresende wieder zurück. Trotz der starken Schwankungen lagen die Wirtschaftsforscher mit ihren Prognosen der Jahresinflation ziemlich richtig. Mit 1,5 Prozent liegt etwas unter den vom Wifo vohergesagten 1,6 Prozent und genau bei den 1,5 Prozent des IHS. Der gesondert berechnete Pensionisten-VPI (PIPH) lag um 0,3 Prozentpunkte über der allgemeinen Inflationsrate - "ein Ausmaß wie in den Vorjahren".
Als "Preistreiber 2006" identifizierten die Statistiker für Österreich den Ehering, der um 29,1 Prozent teurer wurde. Halsketten verteuerten sich um 25,6 Prozent. Grund für den Preisschub bei Schmuck ist der deutlich gestiegene Goldpreis. Ebenfalls teurer wurden Zwiebel (+26,2 Prozent) und Karotten (+16,4 Prozent) sowie Scheibenfrostschutz (+19,5 Prozent). Bei technischen Geräten ging der Preisverfall der Vorjahre weiter. Mobiltelefone wurden im Vorjahr fast ein Drittel (31,3 Prozent) günstiger, Speichermedien sanken um 28,5 Prozent im Preis, Flat-Screen-Fernseher kosteten um mehr als ein Viertel (26,0 Prozent) weniger. Die Einführung der E-Card hat die Kosten für Krankenscheine für einen Durchschnittshaushalt um ein Viertel (25,8 Prozent) reduziert.
Der für die Währungsunion berechnete Harmonisierte VPI (HVPI) sank im Vorjahr von 2,1 auf 1,7 Prozent. Österreich weist damit nach Finnland (1,3 Prozent) gleich auf mit den Niederlanden (ebenfalls 1,7 Prozent) die zweitbeste Inflationsrate in der Europäischen Union aus. Der EU-Schnitt lag unverändert bei 2,2 Prozent. Am oberen Ende der Skala in der Eurozone lag Spanien mit 3,6 Prozent, in den EU-25 wies Lettland mit 6,6 Prozent die höchste Inflationsrate aus. Die mit Anfang Jänner neu in die EU aufgenommen Staaten Bulgarien und Rumänien weisen mit 7,3 bzw. 6,6 Prozent Inflationsrate eine deutlich höhere Inflationsrate als der EU-Durchschnitt aus. In die Berechnung des Vorjahres sind die Werte für Bulgarien und Rumänien aber noch nicht eingeflossen.
(apa/red)
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