Donnerstag, 14. Dezember 2006

Solides Profi-Debüt von Michael Madl: Jung- Austrianer mit erstem Einsatz bei der Ersten

  • 18-Jähriger mit Leistung in Barcelona zufrieden

Das UEFA-Cup-Ende des FK Austria Magna im Olympia-Stadion von Barcelona gegen Espanyol könnte für ein Jung-Veilchen der Beginn zu einer Fußball-Profi-Karriere gewesen sein. Amateur Michael Madl hat trotz des 0:1 gegen den spanischen Cupsieger und Tabellenelften ein ordentliches Debüt im Dress des österreichischen Double-Gewinners gegeben. "Ich war mit meiner Leistung zufrieden", meinte der Steirer nach dem Schlusspfiff.

Der Abwehrspieler stufte seinen ersten Auftritt in der Ersten des Bundesliga-Schlusslichts zurecht positiv ein. Der junge Steirer stellte neben Routinier Mario Tokic in der inneren Vierer-Kette seinen Mann. "Am Anfang war ich schon nervös, aber nach drei, vier Pässen war das weg und ich habe die Sicherheit gewonnen", erzählte Madl über seine ersten 90 Minuten. "Er hat sehr brav gespielt, ging ordentlich in die Zweikämpfe. Keine Frage, das war in Ordnung", lobt Trainer Georg Zellhofer seinen "Neuling". Und Tokic sprach ebenfalls Anerkennung aus: "Für's erste Mal war's nicht schlecht."

Madl hofft auf Trainingslager
Quasi als Belohnung wird ihn Zellhofer vielleicht in der Winterpause ins Trainingslager (Türkei, Spanien oder Dubai) mitnehmen. Neben dem 18-jährigen könnte auch der in Barcelona auf der Bank gesessene und sogar noch ein Jahr jüngere Christian Ramsebner mitgenommen werden. "Er ist auch ein guter Bursch, und noch dazu recht kopfballstark", meinte Zellhofer. Apropos Ersatzbank: Auf dieser war Madl schon in den Liga-Spielen gegen den GAK, Pasching und Salzburg sowie gegen Sparta Prag.

Seit 2002 in Frank-Stronach-Akademie
"Dass mir der Trainer in Barcelona das Vertrauen gegeben hat, bedeutet mir sehr viel. Ich haue mich in jedem Training voll rein. Mit meinem Einsatz gegen Espanyol habe ich jedoch nicht wirklich gerechnet. Es war bereits schön, auf der Bank dabei gewesen zu sein", erzählte der in Knittelfeld geborene Youngster, der seine Laufbahn in den Reihen des steirischen Vereins USV Kobenz begonnen hatte, dann zwei Jahre im LZ Judenburg war und im Alter von 14 Jahren 2002 in die Frank-Stronach-Akademie (FSA) nach Hollabrunn wechselte.

In der FSA gehört er zum dritten Jahrgang seit Gründung des Austria-Internats, besucht dort die letzte Klasse und maturiert im Mai. Gelernt wurde und wird auf Grund der vielen Reisen mehr über das Internet. "Ich fahre nur zu den Tests nach Hollabrunn", verrät der U19-Teamspieler. Die jüngste Prüfung stand nach einer sehr kurzen Nacht - die Austria-Delegation kehrte erst um 3 Uhr früh aus der Olympia-Stadt von 1992 zurück - um 8 Uhr im Weinviertel an.

Zukunft noch offen
Die sportliche Bewährungsprobe hat der 182 cm große und 77 kg schwere Verteidiger, der am liebsten innen spielt, in Barcelona abgelegt. Sie machte ihm Appetit auf mehr. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, es ist durchaus möglich, dass der Amateur zum Profi wird. "Generalmanager Thomas Parits hat angekündigt, mit mir zu sprechen. Ich würde gerne bleiben. Wenn wer anderer bei mir anklopft, muss man auch das überlegen", sagt Madl. Jetzt genießt er einmal den Urlaub bis 2. Jänner und danach freut er sich auf das Turnier in der Stadthalle.

(apa/red)

14.12.2006 12:30