Wieder kein Speed-Sieg für ÖSV-Herren: US-Boy Nyman gewinnt Abfahrt von Gröden
- Schweizer Cuche auf Rang zwei, Fritz Strobl Dritter
- Maier, Walchhofer & Co. im Feld der Geschlagenen
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Die US-Boys hatten das Speed-Wochenende des alpinen Ski-Weltcups in Gröden sicher im Griff. 24 Stunden nach dem eindrucksvollen Super-G-Erfolg von Bode Miller legte Teamkollege Steven Nyman seinen Überraschungssieg in der klassischen Abfahrt auf der Saslong nach. Die österreichischen Herren kamen mit einem blauen Auge davon: Hinter dem zweifachen Trainingsschnellsten Didier Cuche (SUI/+0,02) wurde der Kärntner Fritz Strobl Dritter (0,43).
Der Olympiasieger 2002 sorgte für den ersten Abfahrts-Saison-Stockerplatz der ÖSV-Herren und verhinderte dank 0,01 Sekunden Vorsprung auf den viertplatzierten Marco Büchel (LIE) eine historische Pleite. Denn vier Weltcup-Abfahrten ohne Podestrang in Folge hatte es für die ÖSV-Herren zuletzt in der Saison 1990/91 zu verdauen gegeben.
Die sonstigen rot-weiß-roten Stars blieben deutlich hinter den Erwartungen, die nächstbesten ÖSV-ler waren Hermann Maier (8.), Andreas Buder (10.), Michael Walchhofer (16.) und Mario Scheiber (17.). Das "Power Team" ist somit neun Rennen in Folge ohne Sieg, lediglich beim Auftaktrennen in Levi hatte Benjamin Raich über seinen ersten Slalom-Rang jubeln dürfen.
Pum: "Unsere wollen es erzwingen"
Alpinchef Hans Pum, der zuvor noch über die historischen Heldentaten des Damen-Teams jubeln hatte dürfen, wehrt sich jedoch gegen die These, dass Strobl die österreichische Ehre gerettet hätte. "Da könnte man genauso sagen, dass Cuche die Schweizer gerettet hat. In Gröden waren wir schon immer froh, wenn es einer aufs Stockerl geschafft hat." Der Oberösterreicher analysierte die aktuelle Lage so: "Unsere wollen es zurzeit vielleicht ein wenig erzwingen und dann geht es noch schwieriger."
Voller Selbstvertrauen präsentieren sich hingegen die Amerikaner, auch nach dem Rücktritt von Daron Rahlves. Als Sensationssieger darf Nyman (erster Weltcup-Erfolg) auf jeden Fall nicht bezeichnet werden, denn der Modellathlet (1,93 m/93 kg) hatte bereits Anfang Dezember in Beaver Creek mit Platz drei stark aufgezeigt. Und im Sommertraining in Copper Mountain hatte Nyman im gemeinsamen Training sogar Maier und Co. den "Auspuff" gezeigt.
"War sicher, dass es ein guter Lauf war"
Für den 24-Jährigen ein Schlüsselerlebnis. "Da habe ich gesehen, dass ich auch mit solchen Leuten mithalten kann. Das war ein gewaltiger Motivationsschub", so der Mormone, der zu seiner Fahrt ähnlich wie Miller am Vortag meinte. "Ich war mir nach der Fahrt sicher, dass es ein guter Lauf war."
Fritz Strobl strahlte im Gegensatz zu einigen ÖSV-Teamkollegen ebenfalls Selbsicherheit auch: "Ich war überhaupt nicht nervös und hatte ein gutes Gefühl." Für den Kärntner stellte der erste Podestplatz seiner Karriere in Gröden eine große Erleichterung dar, denn in Übersee war er nur zweimal 19. geworden. "Bis auf den unteren Teil war es ein guter Lauf. Die Ciaslat bin ich auch schon im Training nicht gut gefahren, da wäre sicher noch mehr drinnen gewesen."
Wieder kein Gröden-Sieg für Maier
Maier musste auch 2006 Gröden ohne den erhofften Premierensieg verlassen. "Ich kann hier wohl fahren, bis ich 50 bin und werde nicht gewinnen. Die Fahrt war nicht so schlecht, aber fürs Absolute war es wieder zu wenig." Ob er auch 2007 noch in Gröden startet, wollte der 34-Jährige nicht versprechen. "Ich kann nur versprechen, dass ich, wenn ich fahre, anders fahren werde." Der Niederösterreicher Buder mischte im oberen Teil ganz vorne mit. "Auf der Ciaslat haben mir aber dann die letzten paar Prozent Selbstsicherheit gefehlt. Dort bin ich nicht mit letzter Konsequenz gefahren", so der Göstlinger, dessen Fanklub um drei Uhr morgens Richtung Südtirol aufgebrochen war.
Der Großteil der ÖSV-Herren gehörte zum Feld der Geschlagenen. So auch der amtierende Abfahrts-Weltcup-Sieger Walchhofer, der nach drei Abfahrten erst 86 Punkte auf dem Konto hat. "Im Ziel hat es mich gerissen. Ich war überrascht, dass ich so weit hinten war", grübelte der Salzburger und fügte hinzu: "Ich will nicht vorschnell urteilen, muss alles einmal analysieren."
| Ergebnisse Abfahrt in Gröden | ||||
| 1. | Steven Nyman | USA | 1:56,52 | |
| 2. | Didier Cuche | SUI | 1:56,54 | +0,02 |
| 3. | Fritz Strobl | AUT | 1:56,95 | +0,43 |
| 4. | Marco Sullivan | USA | 1:56,96 | +0,44 |
| 5. | Manuel Osborne-Paradis | CAN | 1:56,98 | +0,46 |
| 6. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:57,04 | +0,52 |
| 7. | Marco Büchel | LIE | 1:57,07 | +0,55 |
| 8. | Hermann Maier | AUT | 1:57,16 | +0,64 |
| 9. | Andrej Jerman | SLO | 1:57,22 | +0,70 |
| 10. | Andreas Buder | AUT | 1:57,28 | +0,76 |
| 11. | Bruno Kernen | SUI | 1:57,30 | +0,78 |
| 12. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 1:57,31 | +0,79 |
| 13. | Finlay Mickel | GBR | 1:57,33 | +0,81 |
| 14. | Bode Miller | USA | 1:57,36 | +0,84 |
| 15. | Peter Fill | ITA | 1:57,44 | +0,92 |
| 16. | Michael Walchhofer | AUT | 1:57,45 | +0,93 |
| 17. | Mario Scheiber | AUT | 1:57,56 | +1,04 |
| 18. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:57,66 | +1,14 |
| 19. | Georg Streitberger | AUT | 1:57,69 | +1,17 |
| 20. | Pierre-Emmanuel Dalcin | FRA | 1:57,70 | +1,18 |
| 21. | Erik Guay | CAN | 1:57,80 | +1,28 |
| 22. | Klaus Kröll | AUT | 1:57,84 | +1,32 |
| 23. | Scott Macartney | USA | 1:58,04 | +1,52 |
| 24. | Walter Girardi | ITA | 1:58,05 | +1,53 |
| 25. | Christoph Gruber | AUT | 1:58,14 | +1,62 |
| 26. | Yannick Bertrand | FRA | 1:58,17 | +1,65 |
| 27. | Francois Bourque | CAN | 1:58,19 | +1,67 |
| 28. | Patrick Staudacher | ITA | 1:58,50 | +1,98 |
| 29. | Roland Fischnaller | ITA | 1:58,54 | +2,02 |
| 30. | Norbert Holzknecht | AUT | 1:58,55 | +2,03 |
| Weiter: | ||||
| 32. | Hans Grugger | AUT | 1:58,70 | +2,18 |
Ausgeschieden u.a.: Antoine Deneriaz (FRA), Rok Perko (SLO), Tobias Grünenfelder (SUI)
Nicht am Start: Ambrosi Hoffmann (SUI)
(apa/red)
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