Vierfach-Sieg für ÖSV-Damen: Ski-Ladys werfen auf Reiteralm alle Gegnerinnen ab
- Super-Kombi: Schild vor Kirchgasser, Zettel & Hosp
- Schild feiert mit Erfolg ihren bereits dritten Saisonsieg
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Österreichs Skidamen haben auf der Reiteralm einen sensationellen Vierfacherfolg gefeiert, es war der erste seit dem Vemdalen-Slalom 1990. Marlies Schild gewann die Super-Kombination vor ihren Kolleginnen Michaela Kirchgasser (+0,34 Sek.), die ihr bestes Karriereergebnis erzielte, der nach dem Super G führenden Kathrin Zettel (0,35) und Nicole Hosp (1,31). Damit haben die Schützlinge von Cheftrainer Herbert Mandl fünf der bisherigen sieben Saisonrennen gewonnen, für Schild war es der bereits dritte Erfolg 2006/2007 und der zehnte ihrer Karriere.
Die Salzburgerin Schild war nach dem verpatzen Super G an sechster Position gelegen ("Da waren zwei g'scheite Schnitzer drinnen"), startete dann aber in ihrer Spezialdisziplin einen Generalangriff. "Ich bin sehr glücklich, dass es sich ausgegangen ist, damit gerechnet habe ich nicht mehr", sagte die 25-jährige Salzburgerin, die damit in allen bisherigen fünf Slalom-Durchgängen dieser Saison Bestzeit erzielt hat. "Dass wir gleich zu viert oben stehen, ist super. Dass das in Österreich passiert, ist umso besser", freute sie sich über die mannschaftlich hervorragende Leistung.
Noch schlechter im Super G war es Nicole Hosp ergangen (17./1,43 Sek. zurück), die nach jenem kritischen Tor im unteren Streckenabschnitt, das vielen Läuferinnen Probleme verursacht hatte, zwar die erste Welle gut nahm, aber von der zweiten kleineren abgetragen wurden. "Der Slalom war dann ganz okay, er war ziemlich fehlerhaft, aber ich musste voll attackieren. Der Super G zipft mich schon ein bisserl an, aber morgen ist ja wieder einer", meinte die Viertplatzierte, die dem Podestplatz eine wenig nachtrauerte.
Kirchgasser so gut wie noch nie
So gut wie noch nie in einem Weltcuprennen klassierte sich Kirchgasser: "Ich bin überglücklich. Der Super G war nicht fehlerfrei, aber für meine Verhältnisse sehr gut. Das passt schon." Die zur Halbzeit nach einem sehr guten Speedrennen führende Niederösterreicherin Zettel verpasste ihren zweiten Weltcupsieg um 35/100 Sekunden. Im Slalom ging sie zu vorsichtig ans Werk: "Kann sein, dass ich zu viel dosiert habe, ich bin nicht gleich in den Rhythmus gekommen und hatte herunten ein paar Hackler. Mein Gott, ich bin aber trotzdem sehr zufrieden."
Wieder etwas Aufwind bekommt Elisabeth Görgl nach ihrem verpatzen Saisonauftakt. Sie hat in der Pause nach den Überseerennen ein bisschen was am Schuh verändert ("Er war zu aggressiv"), und freute sich über den fünften Super-G-Platz. "Ich will oft zu viel, dann kriege ich keinen Druck auf den Außenski. Ich gehe es jetzt ein bisschen gemütlicher und ruhiger an, dann bin ich auch schneller. Obwohl mir das eigentlich nicht so liegt", sagte die quirlige Steirerin, die im Slalom dann aber auf den 17. Platz zurückfiel.
Historischer Erfolg
Der letzte Vierfachsieg der ÖSV-Damen im alpinen Skiweltcup liegt mehr als 16 Jahre zurück, am 13. März 1990 gewann Petra Kronberger vor Ida Ladstätter, Claudia Strobl und Karin Buder. Die damals nach dem ersten Durchgang führende Schweizerin Vreni Schneider war im zweiten Durchgang ausgeschieden.
Überraschungszweite nach dem Super G am Freitag war die Liechtensteinerin Tina Weirather gewesen, die Tochter von Hanni Wenzel und Harti Weirather. "Das hätte ich nie gedacht, auch während der Fahrt nicht. Aber Kathrin muss sich nicht fürchten, der Slalom ist meine schwächste Disziplin", meinte die 17-jährige Riesentorlauf-Juniorenweltmeisterin von Mont-Sainte-Anne 2006, die am Ende 22. wurde.
Im Slalom ausgeschieden ist die Schwedin Anja Pärson, die Elfte nach dem Super G. Nicht am Start war die US-Amerikanerin Lindsey Kildow, die über Nacht erkrankte und sich mit einem Magendarmvirus herumplagt.
| Ergebnis | ||||
| 1. | Marlies Schild | AUT | 2:13,69 | |
| 2. | Michaela Kirchgasser | AUT | 2:14,03 | +0,34 |
| 3. | Kathrin Zettel | AUT | 2:14,04 | +0,35 |
| 4. | Nicole Hosp | AUT | 2:15,00 | +1,31 |
| 5. | Sarka Zahrobska | CZE | 2:15,31 | +1,62 |
| 6. | Fanny Chmelar | GER | 2:15,34 | +1,65 |
| 7. | Chemmy Alcott | GBR | 2:15,46 | +1,77 |
| 8. | Tanja Poutiainen | FIN | 2:15,49 | +1,80 |
| 9. | Emily Brydon | CAN | 2:15,68 | +1,99 |
| 10. | Anna Ottosson | SWE | 2:15,71 | +2,02 |
| 11. | Resi Stiegler | USA | 2:16,00 | +2,31 |
| 12. | Ingrid Jacquemod | FRA | 2:16,14 | +2,45 |
| 13. | Brigitte Acton | CAN | 2:16,41 | +2,72 |
| 14. | Christine Sponring | AUT | 2:16,44 | +2,75 |
| 15. | Kaylin L. Richardson | USA | 2:16,46 | +2,77 |
| 16. | Julia Mancuso | USA | 2:16,51 | +2,82 |
| 17. | Elisabeth Görgl | AUT | 2:16,58 | +2,89 |
| 18. | Urska Rabic | SLO | 2:16,82 | +3,13 |
| 19. | Maria Riesch | GER | 2:16,90 | +3,21 |
| 20. | Tina Maze | SLO | 2:16,93 | +3,24 |
| 21. | Anne-Sophie Barthet | FRA | 2:16,96 | +3,27 |
| 22. | Johanna Schnarf | ITA | 2:17,00 | +3,31 |
| . | Tina Weirather | LIE | 2:17,00 | +3,31 |
| 24. | Veronika Zuzulova | SVK | 2:17,53 | +3,84 |
| 25. | Britt Janyk | CAN | 2:17,69 | +4,00 |
| 26. | Shona Rubens | CAN | 2:17,87 | +4,18 |
| 27. | Camilla Borsotti | ITA | 2:17,94 | +4,25 |
| 28. | Jessica Puenchera | SUI | 2:17,97 | +4,28 |
| 29. | Kathrin Hölzl | GER | 2:18,00 | +4,31 |
| . | Rabea Grand | SUI | 2:18,00 | +4,31 |
Ausgeschieden im Super G:
Andrea Fischbacher (AUT), Anna Fenninger (AUT), Daniela Zeiser (AUT), Katja Wirth (AUT), Carolina Ruiz-Castillo (ESP), Fränzi Aufdenblatten (SUI), Nadia Styger (SUI), Petra Haltmayr (GER)
Ausgeschieden im Slalom u.a.: Anja Pärson (SWE)
(apa/red)
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