Donnerstag, 14. Dezember 2006

Endet heuer der Saslong-Fluch? Maier will in Gröden endlich einen Triumph einfahren

  • Herminator traut sich Sieg eher im Super G zu
  • Salzburger realistisch: "Es wird wieder schwierig"

Hermann Maier hat schon überall auf der Ski-Welt triumphiert. Überall? Nein, denn im schmucken Grödnertal gibt es eine Strecke, auf der der "Herminator" nach wie vor dem Premierensieg hinterherjagt. Bei Super G und Abfahrt bieten sich für den 34-Jährige zwei weitere Chancen, den ersten Erfolg in Gröden einzufahren.

Doch Maier weiß: "Es wird wieder schwierig. Von einem Sieg kann man nicht ausgehen. Vor allem in der Abfahrt nicht, eher noch im Super G." In seiner Paradedisziplin Super G muss der vierfache Gesamt-Weltcup-Sieger einmal mehr mit Nummer 30 ins Rennen gehen.

Die Tatsache, dass er auf der Saslong noch nicht gewonnen hat, bereitet dem Sieger von 53 Weltcup-Rennen in 23 verschiedenen Orten keine schlaflosen Nächte mehr. "Wenn ich nur in Gröden und sonst nirgends gewonnen hätte, wäre das doch schlimmer", kann Maier über seinen populärsten "weißen Fleck" locker schmunzeln.

"In der Saison 2001/02 wollte ich Gröden unbedingt gewinnen. Da war dieser Gedanke schon oft in mir, aber dann ist mir ja der Motorradunfall dazwischen gekommen", so der Flachauer, der in Gröden bisher einmal Zweiter und dreimal Dritter war. "Ein-, zweimal hab ich hier den Sieg schon knapp hergegeben." Zur Streckenbeschaffenheit beim Klassiker meinte Maier: "Gröden stellt punkto Überwindung und Geschwindigkeit Herausforderung genug dar, aber es ist eher eine Abfahrt zum Schussfahren. In den Kurven ist nicht viel zu holen."

Die These, wonach das Gewinnen immer schwieriger werde, bestätigte Maier. "Durch Material- und Pistenbeschaffenheit ist alles mehr zusammengerückt. Es ist leichter, vorne dabei zu sein. Und dadurch schwerer, zu gewinnen. Meine direkte Linie aus früheren Jahren dafährt mittlerweile jeder", erklärt Maier auch, warum es in bisher acht Saisonrennen acht verschiedene Sieger gegeben hat.

Dass die ÖSV-Herren seit sieben Rennen ohne Sieg sind und vielerorts Rätselraten über eine mögliche ÖSV-Minikrise betrieben wird, lässt ihn kalt. "Ich lese nichts. Aber es ist schon interessant, was man so erzählt bekommt. Die Kritik kommt viel zu früh, das kann sich ganz schnell umdrehen. Ich sehe überhaupt keine Krise, ganz im Gegenteil. Man sollte abwarten, was jetzt bis Weihnachten oder in den Jänner hinein kommt. Dann können wir weiterreden."

Die 23 Orte, in denen Hermann Maier seine 53 Weltcup-Erfolge gefeiert hat:
Aare, Adelboden, Beaver Creek, Bormio, Chamonix, Garmisch, Innsbruck, Kitzbühel, Kvitfjell, Lake Louise, Park City, Saalbach, Schladming, Sestriere, Shigakogen, Sölden, St. Anton, Tignes, Todtnau, Vail, Val d'Isere, Wengen, Wengen/Veysonnaz (Kombination)

(apa/red)

14.12.2006 13:59