Nordische Kombination in Ramsau: Tiroler Bieler feierte seinen zweiten Weltcupsieg
- Felix Gottwald & Michael Gruber ex aequo auf Rang 7
- Wie am 3. 12. ÖSV-Triple mit Götschl, Schlierenzauer

Christoph Bieler ist in der Nordischen Kombination zum Siegertypen avanciert. In den ersten zehn Saisonen seiner Weltcup-Karriere war der 29-jährige Tiroler zum beständigen Lieferanten von Top-Ten-Plätzen gereift, in der elften doppelte er zwei Wochen nach dem Premieren-Erfolg gleich nach und übernahm die Weltcup-Führung.
Im Massenstart-Bewerb in Ramsau am Dachstein sprang Bieler am Samstag nach Rang 17 im 10-km-Langlauf (nur 8,2 Sekunden zurück) in beiden Durchgängen Bestweite (96,0/97,5 m) und verwies neuerlich den Finnen Anssi Koivuranta (1,3 Punkte zurück) und den Franzosen Maxime Laheurte (12,0 zurück) auf die Plätze. Felix Gottwald und Michael Gruber erreichten als Ex-aequo-Siebente ihre besten Saisonplatzierungen.
Bieler machte damit acht Tage vor Weihnachten ein ÖSV-Triple perfekt, das es mit den gleichen Hauptdarstellern schon am 3. Dezember gegeben hatte. "Auch damals haben Renate Götschl und Gregor Schlierenzauer am selben Tag gewonnen und ich habe mir vor dem Springen im Hinterkopf gedacht, das wäre ein Puzzle, das gut zusammenpassen würde", meinte der Absamer. Götschl war übrigens wenige Stunden nach ihrem Sieg auf der nahe gelegenen Reiteralm als Zuschauerin beim Erfolg Bielers in Ramsau live dabei.
Bieler sieht sich selbst keineswegs als Seriensieger, er kombiniert aber derzeit einfach perfekt. "Die Strecke kam mir schon entgegen, aber ich habe auch eine gute Laufleistung bringen müssen", sagte der Team-Olympiasieger zum Rennen auf der nicht allzu schwierigen 1,25-km-Loipe, auf der die starken Läufer wie Hannu Manninen (1.), Gottwald (5.) und Co. keinen genügend großen Vorsprung herausholen konnten.
Und im Springen weiß Bieler ohnehin um seine Qualitäten. "Seit drei, vier Jahren gelingt es mir, gute Leistungen auch im Wettkampf umzusetzen, ich kann mit dem Druck umgehen", erklärte der insgesamt vierte ÖSV-Sieger in der Nordischen Kombination. An seiner Einstellung änderte sich nichts. "Ich wäre auch mit einem sechsten Rang zufrieden gewesen", sagte er. "Jetzt steigen zwar die Erwartungen des Umfeldes und auch meine eigenen, aber es ist wichtig, am Boden zu bleiben."
Bielers Kollegen im Weltmeister- und Olympiasieger-Team, Gottwald und Gruber, verpassten die Siegerehrung mit 0,8 Punkten hinter dem dreifachen Weltcup-Gesamtsieger Hannu Manninen. Gottwald war mit dem vorletzten Wettkampf in seiner Wahl-Heimat Ramsau dennoch zufrieden. "Ich habe auf der Schanze das umsetzen können, was ich mir vergangene Woche im Training erarbeitet habe", sagte der Doppel-Olympiasieger. "Ich hatte die ganze Woche Freude beim Skispringen. Und für Sonntag erwarte ich mir mehr." Da geht in im WM-Ort von 1999 ein Sprint (12:30 Springen/15:30 7,5-km-Langlauf) in Szene.
Mario Stecher vermochte hingegen mit seinen Partnern diesmal nicht mitzuhalten. Im ersten Wettkampf nach einer Zwangspause nach Sturz kam er über Rang 27 nicht hinaus. "Mit meinen Sprüngen hatte ich diesmal keine Chance", sagte der enttäuschte Steirer, der auch von Willi Denifl (15.) und Bernhard Gruber (19) übertroffen wurde. (apa)
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