Dopingskandal in Spanien: Justiz hat mit Einvernahmen von Rad-Profis begonnen
- Hernandez & Contador bestreiten Kontakt mit Fuentes
Im spanischen Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes hat die Justiz mit der Einvernahme von Radprofis begonnen. Ein Ermittlungsrichter hörte die Spanier Jesus Hernandez und Alberto Contador als erste Zeugen an. Beide bestritten nach Presseberichten, mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Fuentes zu tun gehabt zu haben. Der Richter will mehr als 50 Profis als Zeugen vernehmen.
Zu den von der Polizei im Zuge der Anti-Doping-Aktion "Operacion Puerto" genannten Rennfahrern gehören auch Jan Ullrich (GER) und Ivan Basso (ITA). Richter Serrano will für die Einvernahmen Rechtshilfeansuchen an jene Länder schicken, in denen die Profis leben. Österreich könnte als Wahl-Heimat des in Zusammenhang mit der Affäre Fuentes genannten Deutschen Jörg Jaksche mit einer derartigen Anfrage konfrontiert werden.
Hernandez, der früher für das Liberty-Seguros-Team gefahren war, schob bei seiner Vernehmung die Verantwortung auf seinen damaligen Teamchef: "Manolo Saiz hatte sich bei uns um alles gekümmert, auch um die medizinische Versorgung." Der frühere Liberty-Chef ist ebenso wie Fuentes einer von insgesamt acht Beschuldigten, gegen die die Justiz ermittelt.
Hernandez berichtete, Saiz habe seinen Schützlingen "Wärmepflaster" gegeben, die vor Krämpfen und Zerrungen schützen sollten. Die Polizei nimmt an, dass die Pflaster an den Körper geringe Mengen von Testosteron abgaben, die bei Dopingkontrollen nicht nachgewiesen werden konnten.
Contador sagte aus, er habe von der Teamführung keine Medikamente erhalten. Er habe nur Vitaminpräparate genommen, die er sich selbst in der Apotheke gekauft habe. Unklar ist weiterhin, ob Ergebnisse der Ermittlungen ausreichen, um Profis durch die Radsport-Verbände wegen Dopings zur Verantwortung zu ziehen.
(apa)
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