Freitag, 15. Dezember 2006

Mann mit "enormem Können": Bush würdigt Verteidigungsminister Rumsfeld zum Abschied

  • Washington: Parade für Architekten des Irak-Krieges
  • Abschiedsrede: "Langer Kampf" gegen Terrorismus

US-Verteidigungsminister Rumsfeld, einer der Hauptarchitekten des Irak-Krieges, ist nach fast sechs Jahren als Chef des Pentagon mit militärischen Ehren verabschiedet worden. US-Präsident Bush würdigte Rumsfeld bei der Zeremonie in Washington als einen Mann mit "enormem Können, mit strategischer Vision (...) und einer großen Liebe für sein Land."

Rumsfeld und er hätten sich der "größten Herausforderung in der US -Geschichte" stellen müssen, sagte Bush. Dabei habe sich der Verteidigungsminister als "einer der fähigsten, dynamischsten und engagiertesten Amtsträger" erwiesen. Rumsfeld habe zudem die Strukturen der US-Verteidigung stärker verändert als je ein Pentagon- Chef zuvor. US-Vizepräsident Cheney bezeichnete Rumsfeld als "den besten Verteidigungsminister in der Geschichte der USA".

Der Präsident hob besonders Rumsfelds Rolle im Irak-Krieg hervor: "Auf meine Anweisung leitete der Minister 2003 die Planungen für den historischen Einsatz." Unter Rumsfelds Mitwirken habe die US-Armee dem irakischen Volk geholfen, eine "verfassungsmäßige Demokratie" zu errichten, sagte Bush. Dies sei ein "wegweisendes Ereignis in der Geschichte der Freiheit" gewesen.

Auf die schwierige Lage im Irak ging Bush nicht ausdrücklich ein. Den Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan ab 2001 bezeichnete Bush als "einen der innovativsten Militärfeldzüge in der Geschichte der modernen Kriegsführung".

Rumsfeld, der schon unter Präsident Gerald Ford Mitte der 70er Jahre Verteidigungsminister war, warnte in seiner Abschiedsrede vor "Schwäche, die unsere Feinde provoziert". Nur der Standfestigkeit und dem Willen zur militärischer Stärke im Westen sei der Zusammenbruch der Sowjetunion zu verdanken gewesen. Es warte nun noch ein "langer Kampf", um mit dem "neuen, komplexen und ungewohnten" Krieg gegen Terrorismus und Extremismus fertig zu werden.

Die US-Armee veranstaltete zu Ehren Rumsfelds eine Parade vor dem Pentagon. Nachfolger des 74-jährigen wird der frühere CIA-Direktor Robert Gates, der am Montag vereidigt werden soll. Gates will kurz danach in den Irak reisen, um mit Truppenkommandanten an Ort und Stelle über die künftige Strategie zu beraten.(apa/red)

15.12.2006 22:45