Dritter Hauptzeuge im Fall Litwinenko verhört: Sokolenko wegen Fußball in London
- Ex-Geheimdienstler bestreitet Treffen mit Litwinenko
- Ex-Regierungschef Gaidar überzeugt von Anschlag
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Im Beisein britischer Ermittler hat die russische Generalstaatsanwaltschaft im Fall des ermordeten russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko auch den dritten Hauptzeugen, den Ex-Geheimdienstler Wjatscheslaw Sokolenko, vernommen. Der Chef eines Sicherheitsdienstes, bestreitet ein Treffen mit Litwinenko in einem Londoner Hotel.
Sokolenko habe Dutzende von Scotland-Yard-Beamten vorbereitete Fragen beantwortet, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf russische Ermittler. Mit der Befragung Sokolenkos seien alle von den Briten erwünschten Zeugenaussagen eingeholt worden, hieß es in Moskau.
Für Fußballspiel nach London gereist
Sokolenko war mit seinen Geschäftspartnern Dmitri Kowtun und Andrej Lugowoi angeblich zu einem Fußballspiel nach London gereist. Sokolenko hatte in Interviews gesagt, er habe Litwinenko nie getroffen. Der Leiter der russischen Verbraucherschutzbehörde, Gennadi Onischtschenko, teilte in Moskau mit, bei der ersten Untersuchung eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Aeroflot seien keine Spuren der radioaktiven Substanz Polonium entdeckt worden. Auf Bitten deutscher Behörden habe man eine Maschine untersucht, die Ende November auf der Route Moskau - Hamburg im Einsatz war. In Hamburg waren Polonium-Spuren gefunden worden.
Ex-Regierungschef Gaidar Ende November vergiftet
Der von einer rätselhaften Vergiftung genesene russische Ex-Regierungschef Jegor Gaidar bekräftigte unterdessen seinen Verdacht, dass auf ihn ein Anschlag verübt worden sei. "Das Ziel war Mord", sagte Gaidar dem russischen Staatsfernsehen. Er könne nur ahnen, wer ihm nach dem Leben getrachtet habe. Vermutlich seien es unbekannte Gegner von Präsident Wladimir Putin, die mit einem solchen Anschlag den Verdacht auf die russische Führung lenken wollten. Gaidar war nach Erkenntnis seiner Ärzte Ende November in Irland mit einer bisher unbekannten Substanz vergiftet worden.
(apa/red)
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