Israels Premier Olmert zu Besuch in Berlin:
Gedenken an Judenvernichtung bei Gleis 17
- Olmert zum Holocaust: "Wir haben daraus gelernt"
- Knobloch erinnert an zeitgleiche Holocaust-Konferenz

Israels Premier Olmert hat zum Auftakt seines Berlin-Besuchs des Holocaust gedacht. Bei einer Feier an der Gedenkstätte Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald sagte er, die Judenvernichtung habe der Menschheit eine Frage hinterlassen, die weder das Herz noch der Verstand erfassen könne. "Wir haben daraus gelernt und diese Lehre genau eingeprägt: Wehe dem Schwachen und Schutzlosen", sagte er.
Olmert sagte, das Grauen sei nach wie vor gegenwärtig. Die sechs Millionen Juden, die unter der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ermordet wurden, mahnten, "alles Menschenmögliche zu tun, damit der Staat Israel das genaue Gegenteil zu der Bösartigkeit der Nazis wird".
Knobloch: "Ständige Wachsamkeit"
Außer Olmert sprachen auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Knobloch und Berlins regierender Bürgermeister Wowereit. Knobloch sagte, die Gedenkstätte sei eine ständige Aufforderung zur Wachsamkeit, "antisemitischen und rechtsextremistischen Tendenzen die Stirn zu bieten". Von Gleis 17 aus wurden Juden in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten transportiert.
Knobloch erinnert an Holocaust-Konferenz
Knobloch erinnerte daran, dass zeitgleich in der iranischen Hauptstadt Teheran eine so genannte Holocaust-Konferenz stattfinde, wo der Massenmord an den Juden geleugnet werde. "Genau jetzt sitzt eine Bande von Verbrechern zusammen, leugnet die Shoa, beschmutzt das Andenken der Opfer, propagiert die Auslöschung Israels und plant ihre weiteren heimtückischen Schandtaten", erklärte Knobloch. Diesen gefährlichen Tendenzen müsse man entschieden entgegentreten.
Treffen mit Merkel und Köhler
Olmert will während seines Besuches weiter mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Köhler zusammentreffen. Danach fliegt Olmert nach Rom weiter.
(apa/red)
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