SPÖ & ÖVP langweilen Österreicher: Nur mehr 22% sehen Wunsch nach Großer Koalition
- Humaninstitut verweist auf "projektive" Befragung
- "Verhandlungsdynamik hat Meinungsbild gewandelt"
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Je mehr sich die SPÖ-ÖVP-Koalitionsverhandlungen in die Länge ziehen, umso geringer wird offenbar in der Bevölkerung der Wunsch, dass es auch tatsächlich zu einer rot-schwarzen Regierung kommt. Laut einer Umfrage des Humaninstitutes glauben nur noch 22 Prozent, dass "Sehnsucht und Wunsch" nach einer Großen Koalition bestehen. 49 Prozent beantworteten die entsprechende Frage mit Nein, 29 Prozent zeigten sich unentschlossen.
Auf den Hinweis der APA, dass andere Meinungsforschungsinstitute auf einen deutlich höheren Anteil an Befürwortern einer SPÖ-ÖVP-Zusammenarbeit kommen, verweist Humaninstitut-Leiter Franz Witzeling auf die unterschiedlichen Befragungsmethoden. Die anderen Institute würden "im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung" fragen, und zwar konkret: "Sind Sie für eine Große Koalition?" Witzeling: "Dann kommt das sozial erwünschte Echo." Das tiefenpsychologisch ausgerichtete Humaninstitut frage hingegen "projektiv", denn "da kommen die wahren Motive besser heraus".
Witzeling ist zudem der Ansicht, dass "die Verhandlungsdynamik das Meinungsbild schon lange gewandelt hat". Tatsächlich "Sehnsucht" nach Rot-Schwarz hätten wenige. Der Chef des Klagenfurter Institutes weist in diesem Zusammenhang auf die Umfragen von OGM in den "Report Fakten" hin.
Das Humaninstitut befragte zwischen dem 4. und 10. Dezember österreichweit 720 Personen auch nach ihrer Meinung, ob "Österreichs Politiker(innen) reif für eine über alle Parteigrenzen offene dynamische Politik" seien. Das wurde von 32 Prozent bejaht und von 42 Prozent verneint. 26 Prozent wussten darauf keine Antwort.
Mehrfachzuordnungen waren bei der Frage "Was bedeutet für Sie eine stabile Regierung" möglich. Hier entschieden sich 82 Prozent für die Antwort "Festgelegte politische Partnerschaften" und 78 Prozent für die Aussage "Wenig Freiraum für direkte Demokratie". Weitere 75 Prozent orten in einer stabilen Regierung "Berechenbarkeit in Organisation von Macht und Machbarkeit", 72 Prozent "Beschränkung auf Lobbyismus im eigenen Interesse".
Das Humaninstitut wollte schlussendlich wissen, zu welchem Prozentsatz "persönliche Befindlichkeiten Entscheidungen in der Politik bestimmen". Demnach glauben 32 Prozent, dass dies bei 50 Prozent der Fall ist, gar 41 Prozent sehen dies bei 70 Prozent der politischen Entscheidungen als gegeben an. Die vorgegebenen 20 Prozent wurden von acht, 90 Prozent immerhin von 19 Prozent angekreuzt.
(apa/red)
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