Donnerstag, 14. Dezember 2006

"Genießen in aller Munde": Lebensmittel- Sektor in Österreich gewinnt an Bedeutung

  • Österreicher sind sensibler, ernähren sich bewusster
  • Dennoch: Lieblingsspeise für jeden Vierten Schnitzel

Nicht nur wirtschaftlich entwickelt sich der heimische Lebensmittelsektor dynamisch. Die Österreicher haben in den vergangenen Jahren auch ihre Einstellung zum Essen geändert und ernähren sich bewusster. Die Konsumenten sind sensibler geworden für Themen wie Rückverfolgbarkeit der Herkunft, Qualität und Kontrolle, der Trend zu regionalen Produkten hält an. Dennoch: Die Lieblingsspeise für jeden vierten Österreicher ist nach wie vor das klassische Wiener Schnitzel.

"Rund 14 Prozent der Wirtschaftsleistung Österreichs kommen aus der Nahrungsmittelproduktion. Jeder sechste Arbeitsplatz hängt an diesem Sektor", zog Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll ein "wirtschaftliches Resümee" des mittlerweile dritten Lebensmittelberichtes, der sich der gesamten Wertschöpfungskette "vom Bauern bis zum Teller" widmet.

Aber auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sei das Ergebnis erfreulich: Mehr als 50 Prozent der Österreicher gaben an, sich bewusster als noch vor zehn Jahren zu ernähren. So habe etwa der Gemüsekonsum um 34 Prozent zugenommen, der Fleischkonsum sei dagegen um 1 bis 3 Prozent gesunken. "Genießen ist in aller Munde", sagte Pröll, denn für 80 Prozent der Österreicher gehöre gutes Essen zu einem guten Lebensstil.

Die Österreicher geben mit einem Anteil von 12,8 Prozent der Haushaltsausgaben ähnlich viel für Essen und alkoholfreie Getränke aus wie für den Freizeitbereich.

Zufrieden zeigte sich Pröll, dass es gelungen sei, gentechnisch veränderte Organismen (GVO) von der österreichischen Landwirtschaft fernzuhalten. "Gentechnik ist auch weiterhin keine Option", betonte der Minister mit Verweis auf den nächsten EU-Umweltrat, wo Österreich wegen seiner nationalen Verbotsverordnungen "auf dem Pranger steht".

Österreich sei im Bio-Bereich weiterhin Europameister, bei den Konsumenten liege Bio weiterhin im Trend. 15 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden biologisch bewirtschaftet, 13 Prozent der Betriebe wirtschaften biologisch. Der Gesamtumsatz von Bioprodukten wird mittlerweile auf 500 Mio. Euro geschätzt. Ziel und Aufgabe müsse es sein, das Vertrauen der Konsumenten in Bioprodukte weiter zu festigen und den Biosektor auszubauen, hieß es. (apa/red)

14.12.2006 13:40