"Kussverbot" an Scheibbser Hauptschule:
Übermäßiges Schmusen wird unterbunden
- NÖ: Landesschulrat berät über umstrittene Verbote
- Direktor hat die Macht gegen Küssereien vorzugehen
Ein angebliches "Kussverbot" an der Sporthauptschule Scheibbs beschäftigt nun auch den NÖ Landesschulrat. Wie die Niederösterreichischen Nachrichten berichten, seien in der Bildungsanstalt Umarmungen und Küssereien von Schülern nicht mehr erlaubt. Der Direktor habe die Kompetenz, "übermäßiges Schmusen zu unterbinden", hieß es dazu aus dem Büro von Adolf Stricker, Präsident des Landesschulrates.
Das angebliche "Kussverbot" sei nicht amtlich. Für eine Aufnahme in die Hausordnung sei ein Beschluss des Schulgemeinschaftsausschusses nötig. Dies sei aber ohnehin nicht geplant, so die Information aus dem Büro Stricker.
Die Maßnahme hat in der Schule sowie Medial für Gesprächsstoff gesorgt. "Uns würde interessieren, warum die Lehrer das Verhalten unserer Kinder so anstößig finden", meinten zwei Elternvertreter in den "NÖN".
Küsse auf den Mund seien in der Schule sicher nicht angebracht, aber freundschaftliche Gesten wie Umarmen oder Küsschen zur Begrüßung seien auch unter Erwachsenen normal.
Schülerunion stellt Sinnhaftigkeit in Frage
Die ÖVP-nahe NÖ Schülerunion hat die Sinnhaftigkeit des angeblichen "Kussverbotes" in Frage gestellt. "Wenn selbst herzliche Begrüßungen verboten sein sollen, dann möchte ich gar nicht darüber nachdenken, was als nächstes verboten wird", so Landesobmann Peter Schweinberger.
Ob Jugendlichen durch solche Verbote geholfen werde, bleibe zweifelhaft. Schweinberger hoffte, dass in der Sporthauptschule Scheibbs "bald wieder Vernunft einziehen wird."
(apa/red)
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