Dienstag, 12. Dezember 2006

Buchtipp: Österreichische Familien

  • Machthaber, Mimen und Magnaten im Porträt
  • Adler, Esterhazy, Freud, Habsburg, Hitler, Hörbiger...

Nicht nur die großen traditionsreichen Familien und mythenumwobenen Dynastien erhalten einen eigenen Platz in der Geschichte, auch Aufsteiger, Neureiche und politische Akteure, deren familiärer Hintergrund bislang kaum bekannt oder verdunkelt wurde, hinterlassen ihre Spuren im kollektiven Gedächtnis.

Repräsentativ für die Herrscher und Gestalter des alten Österreich stehen die Familien Habsburg, Kinsky und Esterházy, die noch immer stark im öffentlichen Bewusstsein präsent sind.

Zum Beispiel Rothschild
Zu den wirtschaftlichen Eliten zählt u. a. die Bankiersfamilie Rothschild - international vernetzt, kulturell bedeutend und als jüdische Familie heftigen Attacken ausgesetzt. Ihr Name steht für Blüte und Kontinuitätsbruch, für ein europäisches und weltoffenes Familienmodell, das als Leit- und Feindbild gleichermaßen ge- bzw. missbraucht wurde.

"Nichtfamilie" Hitler
Einen Gegenpol zur Traditionsbildung stellt der Aufstieg Adolf Hitlers dar, der seine Familie konsequent verleugnete. Diese österreichische "Nichtfamilie" beschäftigt die öffentliche Diskussion bis heute. Unsichtbar und in den Hintergrund gedrängt, ist und war sie zunächst als positives und später mehr noch als negatives Leitbild präsenter und wirkungsmächtiger als viele der klassischen großen Familien Österreichs.

Familienporträts
Adler - Albach-Retty und Schneider - Esterházy - Freud - Habsburg - Hitler - Hörbiger - Kinsky - Porsche-Piëch - Rothschild - Strauß

Der Autor
Dr. Thomas Lau - geb. 1967; lehrt als Privatdozent Geschichte der Neuzeit an der Universität Freiburg (CH). Schwerpunkte seiner Forschungen bilden die Geschichte des Nationalismus, die Sodomitenforschung, sowie die Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reiches.

Lau, Thomas (Hrsg.)
Österreichische Familien
2006. 241 Seiten, 33 s/w-Abb.
gebunden
EUR 24,90
www.boehlau.at

12.12.2006 14:49