Montag, 11. Dezember 2006

85 Prozent wollen Christbaum aufstellen: Österreicher mögen Weihnachten klassisch

  • Umfrage zeigt: 43 Prozent gegen auch in die Kirche
  • Kommerzialisierung wird weitgehend abgelehnt

Die Österreicher haben ein sehr traditionelles Verständnis von Weihnachten: In 85 Prozent der Haushalte wird ein Christbaum aufgestellt, zwei Drittel haben einen Adventkranz und in sechs von zehn Haushalten werden Kekse gebacken, ergab eine Umfrage des Lehrstuhls für Marketing der Universität Wien. Wenig Freude hat man mit dem Rummel in den Geschäften.

Besonders wichtig ist den Österreichern zum frohen Fest das Zusammensein mit der Familie. Knapp 70 Prozent der 1.200 Befragten gaben dies an. Knapp darauf folgen gutes Essen (65 Prozent), der Christbaum und Freunde besuchen (63 bzw. 60 Prozent). Der religiöse Hintergrund gerät dabei etwas ins Abseits: Nur 43 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Haushalt der weihnachtliche Kirchgang zu den Traditionen zählt. In gerade einmal 22 Prozent der Familien wird am Heiligen Abend das Weihnachtsevangelium vorgelesen.

Während die Einkaufstraßen und -zentren an den bisherigen Adventwochenenden Rekordwerte verbuchen konnten, mokieren sich die Österreicher über die Kommerzialisierung des heiligen Festes: Mehr als die Hälfte der Befragten nerven volle Geschäfte, Verkehrschaos und die zunehmende wirtschaftliche Ausschlachtung von Weihnachten. 45 Prozent haben zudem die Nase voll von zu früh angebrachten Dekorationen. Das Getümmel auf Weihnachtsmärkten hingegen macht nur wenigen zu schaffen: Gerade einmal neun Prozent finden diese nervig.

Auch um eine Bewertung der im Advent allerorten zu hörenden weihnachtlichen Beschallung baten die Meinungsforscher. Dabei zeigte sich, dass vermeintliche Klassiker stark an den Nerven zerren. Der Anti-Weihnachtssong schlechthin ist gemäß der Umfrage die Schnulze "Last Christmas" der Gruppe Wham!, der 42 Prozent in den Ohren wehtut. Vergleichsweise gut liegen da noch traditionelle Stücke wie "Oh Tannenbaum" oder "Stille Nacht", die gerade einmal neun bzw. acht Prozent der Befragten auf die Nerven gehen.

Apropos traditionell: Auch der aus dem Ausland "importierte" Weihnachtsmann wird skeptisch betrachtet. Nur knapp ein Viertel der Befragten möchte ihn in der Werbung vor Weihnachten sehen, über die Hälfte der Konsumenten wünscht sich hingegen das Christkind. 25 Prozent finden, dass weder der Weihnachtsmann noch das Christkind in der Werbung vorkommen sollten.

(APA/red)

11.12.2006 13:21