Motto des Winters: Die Russen kommen!:
2005 allein in Tirol 200.000 Nächtigungen
- Findige Hoteliers setzen auf zahlungskräftige Gäste
- Vor allem bekannte Wintersportorte sind beliebt

·Mütterchen Russland erleuchtet den Riesen
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DIASHOW: Das wunder- schöne St. Peterburg
In Tirol heißt es immer wieder "Die Russen kommen". Während Touristen aus Deutschland und Holland vermehrt ausbleiben konnte in den
Tiroler Gemeinden ein Nächtigugszuwachs von 200 Prozent für die Erben von Glasnost und Perestroika verzeichnet werden. Allein im Vorjahr wurden 200.000 Nächtigungen registriert.
Findige Hoteliers und Skischulen haben längst den Trend erkannt und setzen auf die zahlungskräftigen Gäste aus dem Osten. Denn russische Urlauber unterscheiden sich in zweierlei Hinsicht vom typischen Gast aus Düsseldorf oder Darmstadt: Sie bleiben länger. Und sie geben deutlich mehr Geld aus. "Die lassen es schon richtig krachen. In Sachen Shopping ist da das Beste gerade gut genug", weiß Fabienne Edenhauser-Riede von der Tirol Werbung.
Urlaub als Statussymbol
Während der durchschnittliche Winterurlauber 5,4 Tage in Tirol verweilt, bleiben die Russen 7,7 Tage. Und interessanterweise setzen sie dabei beinahe ausschließlich auf die bekanntesten Wintersportorte. "Die Russen stehen auf die renommierten Skiorte, auf die großen Namen. Es kommen ja nur die, die es sich leisten können. Und für die ist der Skiurlaub dann auch ein Statussymbol", so Edenhauser-Riede.
Man spricht Russisch
Folglich buchen Urlauber aus Russland auch fast nur Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels. Die Gastronomen haben darauf reagiert: In der Spitzen-Gastronomie sind mittlerweile Speisekarten in kyrillischer Schrift verbreitet, man ist um Russisch sprechendes Personal bemüht. Das Hotel Bergland in Sölden hat beispielsweise im Jänner eigene "Russenwochen" im Angebot, wo den kulinarischen Vorlieben der neuen Gäste Rechnung getragen wird. Wer im Design-Hotel Madlein in Ischgl absteigt, kann sich standesgemäß mit einer Hummer Stretch Limousine vom Flughafen zu seinem Quartier chauffieren lassen.
Der Hot Spot
In absoluten Zahlen ist Mayrhofen im Zillertal das "Mekka der Russen". 67.043 Nächtigungen weist die Statistik für die Wintersaison 2005/2006 auf, womit bereits 8 Prozent aller Urlauber aus der ehemaligen Sowjetunion kommen. "Der russische Markt ist enorm wichtig und ein touristischer Hoffnungsträger", berichtete Doris Dengg vom örtlichen Tourismusverband. Sprachliche Barrieren sind kein Thema mehr, seit in jeder Skischule Russisch sprechende Skilehrer tätig sind: "Die optimale Betreuung unserer russischer Gäste ist absolut gewährleistet."
Auch Sölden ist beliebt
Auch in Sölden lobt man die Russen in den höchsten Tönen, wo sie nach den Deutschen und Holländern bereits die drittstärkste Urlaubernation stellen. 6,8 Prozent bzw. 80.600 Personen, die im vergangenen Winter in der Ötztal-Arena - neben Sölden zählen dazu die Orte Hochsölden, Vent und Zwieselstein - Urlaub gemacht haben, hatten einen russischen Reisepass. Dem wurde Rechnung getragen: Seit kurzem gibt es im Ortskern ein Info-Center speziell für Touristen aus Russland.
Spezielles Unterhaltungsprogramm
Da diese hauptsächlich zur Zeit des russisch-orthodoxen Weihnachtsfestes anreisen, das in die erste Jänner-Woche fällt, hat man heuer eine eigene Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. "Die Erfahrung lehrt, dass die Russen gern ausgehen. Es wird daher ein russisches Neujahrsfest geben, eine Russen-Disco, einen russischen Folklore-Abend. Und die 'Nacht des Wolfes', Nachtskilauf mit Wodka und einem russisch sprechenden Moderator", verrät Andrea Saexinger vom Tourismusverband Sölden. (APA/red)
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