Donnerstag, 7. Dezember 2006

Österreicher machen Urlaub in der Heimat:
Im letzten Winter fast 14 Mio. Nächtigungen

  • Schneelage für Nächtigungen nicht ausschlaggebend
  • Beliebtesten Ziele sind Salzburg und die Steiermark

Urlaub zuhause! Immer mehr Österreicher zeigen sich beim Winterurlaub heimatverbunden und verreisen in den schneesicheren Tagen innerhalb der eigenen Landesgrenten. An die 13,7 Millionen der insgesamt rund 60 Millionen Nächtigungen gingen im Winter 2005/06 auf das Konto der Inlandsgäste, geht aus einer aktuellen Analyse der Statistik Austria hervor. Das bevorzugten Ziele waren dabei Salzburg und die Steiermark. Die aktuelle Schneelage mache sich laut der Analyse nur marginal in der Gesamtnächtigungsentwicklung bemerkbar.

Trotz der von schwankenden Schneemengen gekennzeichneten Wintermonate November und Dezember lasse sich kein Zusammenhang mit sinkenden Nächtigungsziffern feststellen, so die Statistik Austria bei der Vorstellung der Portfolioanalyse am Donnerstag in Wien. "Das größte Geschäft findet nach Weihnachten statt", sagte der Tourismus-Experte der Statistik Austria, Peter Laimer. Nur 18 Prozent der Übernachtungen entfallen auf die ersten beiden Wintermonate. Wohl aber wirke sich ein Schneemangel auf das Tagesgeschäft mit den Skitouristen aus, erklärte der Geschäftsführer des Steiermark Tourismus, Georg Bliem. Und das tue weh.

Winter gegen Sommer
Die Nächtigungszahlen steigen im Winter seit einer Dekade kontinuierlich an - zu Ungunsten der Sommersaison - unabhängig von einer guten oder schlechten Schneedecke in den heimischen Urlaubsorten. "Skifahren steht nach wie vor im Mittelpunkt", so Bliem. Das lasse sich auch an den kontinuierlichen Steigerungen im Wintertourismus ablesen. Eine gute Saison entscheide sich erst ab dem Jänner, dem traditionellen Saisonstart. Ein erweitertes touristisches Angebot in den Skiorten abseits von den Skipisten könne aber einen willkommenen Mehrwert für die Gäste und die Region darstellen.

Urlaub in Salzburg
Insgesamt verzeichnen alle österreichischen Bundesländer in den vergangenen zehn Jahren Zuwächse bei den einheimischen Wintergästen. Die größte durchschnittliche jährliche Wachstumsrate kann das Burgenland mit plus 6,7 Prozent für sich geltend machen, noch vor Wien mit einer jährlichen Zunahme von 3,6 Prozent. Als beliebtestes Winterferienziel der österreichischen Urlauber kristallisierte sich das Bundesland Salzburg mit einem Marktanteil von 23,4 Prozent heraus, gefolgt von der Steiermark mit einem Anteil von 19,3 Prozent.

West-Ostgefälle
Die stärkste Abhängigkeit von den österreichischen Gästen verzeichnet das Burgenland, hier entfallen 88,4 Prozent der Nächtigungen auf Österreicher. Generell sprechen die Experten der Statistik Austria von einem herkunftsspezifischen West-Ostgefälle. Vorarlberg hat mit 64,2 Prozent Nächtigungsanteil an deutschen Skiurlaubern die größte Marktabhängigkeit vom wichtigsten Herkunftsland des heimischen Tourismus. (apa/red)

7.12.2006 12:45