Dienstag, 5. Dezember 2006

Brasilien gründet Naturschutzgebiet: 16 Millionen Hektar des Regenwaldes geschützt

  • Neues Naturschutzgebiet angeblich größtes der Erde
  • Arten vom Aussterben beschützt, Abholzung verboten

Brasilien gründete im Amazonas-Regenwald das größte Naturschutzgebiet der Erde. Mit einer Fläche von 16 Millionen Hektar - ungefähr doppelt so groß wie ganz Österreich - wurden sieben Nationalparks verbunden und zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Auswirkungen sollen global zu spüren sein.

Brasilien hat im Amazonas-Regenwald nach eigenen Angaben das größte Urwaldschutzgebiet der Erde geschaffen. Die sieben zusammenhängenden Nationalparks hätten eine Gesamtfläche von knapp 16 Millionen Hektar (160.000 Quadratkilometer), gab der Vater des Projekts, der Gouverneur der nördlichen Provinz Para, Simao Jatene bekannt. Das Naturschutzgebiet ist damit rund doppelt so groß wie Österreich (83.800 Quadratkilometer).

Abholzung verboten
Wie Gouverneur Jatene mitteilte, soll in der Region im Bundesstaat Pará - der von Landkonflikten, illegaler Abholzung und der sklavenähnlichen Ausbeutung der Indios besonders schlimm betroffen ist - eine Strategie der nachhaltigen Entwicklung angewandt werden. Im dem Schutzgebiet werde Abholzung grundsätzlich verboten sein. Landwirtschaftliche Betriebe würden allerdings erlaubt werden, aber nur unter strikter Kontrolle des Staates.

42 Prozent des Regenwaldes geschützt
Mit der Gründung des neuen Naturschutzgebiets, das auch in die Bundesstaaten Amapa und Amazonas hineinreicht, seien nun im gesamten Amazonas-Regenwald 42 Prozent der Fläche der "grünen Lunge der Erde" unter Schutz gestellt, betonte Adalberto Veríssimo, Sprecher des staatlichen Instituts für Umweltforschung im Amazonasgebiet (Imazon). Die positiven Auswirkungen des Projekts würden global zu spüren sein. Geschützt würden nun auch zahlreiche Arten von Vögeln, Wildkatzen, Affen und Reptilien, die zum Teil vom Aussterben bedroht seien.

(apa/red)

5.12.2006 12:14