Neandertaler auch in Asien angesiedelt?
DNA-Analysen zeigen größeren Lebensraum
- Forscher der Universität Wien untersuchungsbeteiligt
- "Wander-Routen" der Urmenschen ebenfalls geklärt
·"Hobbit"-Urmensch doch eigene Spezies
Neue Erkenntnisse über den "Homo floriensis"
·Neandertaler & Homo
sapiens mit Zuwachs
Homo floresiensis war eine eigene Menschenart
·Neandertaler lebten viel länger in Europa
Um tausende Jahre länger
als bisher angenommen
Die sagenumwobenen Neandertaler bewohnten laut neuesten DNA-Analysen ein größeres Gebiet als bisher angenommen. Es gebe Hinweise, dass die erst vor 20.000 bis 30.000 Jahren ausgestorbenen Verwandten des modernen Menschen auch im südlichen Sibirien lebten und möglicherweise sogar die heutige östliche Mongolei und China erreichten, so Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie.
Die Neandertaler, benannt nach dem ersten Fundort in einer Schlucht nahe Düsseldorf (Deutschland), galten lange als hauptsächliche Bewohner Europas sowie des Nahen und Mittleren Ostens. Funde in den 1930er Jahren erweiterten den bekannten Lebensraum bis ins heutige Usbekistan.
Generell sind bzw. waren die Forscher bei ihren Untersuchungen mit dem Problem konfrontiert, dass sich die verschiedenen Menschen-Gruppen nur minimal von einander unterscheiden. Das stark lückenhafte Fundmaterial macht eine Zuordnung anhand von Knochenmerkmalen daher schwierig.
Bei ihren neuerlichen Untersuchungen von Funden aus Usbekistan und auch Okladnikov (Südsibirien, Russland) setzten die Anthropologen daher auf genetische Analysen. Anhand der sogenannten mitochondrialen DNA ließ sich zeigen, dass die genetischen Sequenzen der untersuchten Knochenfossilien innerhalb der Variation der europäischen Neandertaler liegt.
Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass Verbreitungsgebiet der Neandertaler jedenfalls bei Süd-Sibirien reichte, rund 2.000 Kilometer weiter als bisher angenommen. Anhand weiterer genetischer Analysen könnte geklärt werden, über welche Routen die Neandertaler nach Asien vordrangen und ob sie möglicherweise sogar bis in die Ost-Mongolei und China kamen. (apa/red)
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