Freitag, 8. Dezember 2006

ÖBB im Visier des Rechnungshofes: Auch Immobiliengeschäfte werden überprüft

  • Kräuter will Management Erfolgsprämien streichen
  • Huber kassiert doppelt so viel, wie Kanzler Schüssel

Der Rechnungshof wird neben der laufenden Prüfung der Auswirkungen des Bahnstrukturgesetzes auch die Immobiliengeschäfte der ÖBB unter die Lupe nehmen, teilte SPÖ-Rechnungshofsprecher Kräuter mit. Die Prüfung der Immobiliengeschäfte soll im Jahr 2007 erfolgen. Dabei sollen auch "Einflussnahmen" von Holding-Chef Huber "auf Immobiliendeals im Dunstkreis der ÖBB" durchleuchtet werden.

Kräuter fordert "eine Streichung aller Erfolgsprämien für das gesamte ÖBB-Management", nachdem nun feststehe, dass "allein auf Grund der Auslandsaktivitäten der ÖBB-Führung der Republik Österreich und der Reputation der heimischen Wirtschaft ein gewaltiger Schaden" entstanden sei. "Der Umstand, dass Herr Huber monatlich mehr als das Doppelte des Bundeskanzlers der Republik einstreift, ist schlicht unerträglich und dem Steuerzahler nicht länger zuzumuten."

Die Jahresbezüge und die seiner Ansicht nach zu streichenden Erfolgsprämien nennt Kräuter folgendermaßen: ÖBB-Holding-Vorstand Huber: 350.000 Euro fix, Erfolgsprämie zusätzlich 175.000 Euro; ÖBB- Holding-Vorstand Erich Söllinger 283.000 Euro fix, Erfolgsprämie zusätzlich 142.000 Euro; ÖBB-Dienstleistungs GmbH-Geschäftsführer Franz Nigl 240.000 Euro fix, 150.000 Euro zusätzlich Erfolgsprämie; ÖBB-Infrastruktur Bau AG-Vorstand Georg Michael Vavrovsky 240.000 Euro fix, 110.000 Euro zusätzlich Erfolgsprämie; der gekündigte ÖBB- Infrastruktur Bau AG-Vorstand Alfred Zimmermann 250.000 Euro fix, 125.000 Euro zusätzlich Erfolgsprämie. Die Höhe des Gehaltes der für die Immobilien der ÖBB zuständigen Michaela Steinacker "mit mehr als 25.000 Euro monatlich wird im Zuge der Rechnungshofprüfung zu bewerten sein", so Kräuter. (apa)

8.12.2006 15:07