Gute und schlechte Nachrichten: Banken erhöhen Sparzinsen - aber auch Kreditzinsen
- Unterschiedliche Reaktion auf EZB-Leitzinserhöhung
- BA-CA bringt neues Sparprodukt auf den Markt
Recht unterschiedlich reagieren die in Österreich tätigen Kreditinstitute auf die beschlossene Leitzinserhöhung durch Europäischen Zentralbank (EZB). Während Erste Bank, Volksbank Wien und die RLB NÖ-Wien Erhöhungen bei den Sparzinsen ankündigen oder zumindest in Aussicht stellen, bringt die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ein neues Kapitalsparprodukt auf den Markt. BA-CA-Kunden müssen sich zudem auch auf höhere Kreditzinsen einstellen.
"Entsprechend der Anhebung der Zinsen der EZB um 25 Basispunkte, gibt die Erste Bank diese Zinserhöhung so rasch wie möglich an ihre Kunden weiter", teilt das Leitinstitut der Sparkassen mit. Die Zinssätze für neu abgeschlossene Privat- und Wohnkredite bleiben unverändert. Ab 1. Jänner 2007 werden die Zinsen für Sparbücher und ab 5. Jänner jene der Sparkarten um zumindest 0,25 Prozentpunkte erhöht.
Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) nimmt den Zinsentscheid zum Anlass, um per 18. Dezember ein neues Kapitalsparbuch mit 18 Monaten Laufzeit und 3,5 Prozent Verzinsung auf den Markt zu bringen. BA-CA-Kunden müssen sich aber demnächst auf höhere Kreditzinsen einstellen: "Bei den Kreditzinsen wird es tendenziell nach oben gehen", sagte ein BA-CA-Sprecher. Auf der Finanzierungsseite habe die BA-CA nämlich ein automatisiertes "pricing", das die Refinanzierungskosten und anderer Parameter wie Kundenbonität laufend berücksichtige. Darüber hinaus werde die BA-CA den Markt beobachten.
"Wir werden den Markt noch einige Tage beobachten und dann die Zinserhöhungen weitergeben", hieß es aus der Volksbank Wien. Noch vor Weihnachten werde es im Sparbereich Erhöhungen geben, im Kreditbereich sei für heuer nichts mehr geplant.
Man werde die Bewegungen bei den Mitbewerbern abwarten und dann innerhalb weniger Tage entsprechend schnell reagieren, hieß es aus der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Die RLB NÖ-Wien habe aber den Ehrgeiz, am Wiener Platz bei kurzfristigen Kapitalsparbüchern Erste zu bleiben. Mit dem mit 3,375 Prozent verzinsten Neun-Monatssparbuch habe man ein herausragendes Produkt.
In der BAWAG P.S.K. ist "unmittelbar" nichts geplant. Die Kreditzinsen bleiben so niedrig wie zuletzt, so ein Sprecher der Bank. Im Übrigen wird darauf verwiesen, dass das Institut seit Oktober mit dem zu 3,75 Prozent verzinsten zweijährigen Sparbuch bereits führend sei.
Bereits vor einigen Tagen hat die Direktbank ING DiBA Austria relativ langfristig ihre neuen - höheren - Zinssätze per 1. Februar 2007 festgelegt. Die Sparzinsen für täglich verfügbare Einlagen werden um einen Viertel-Prozentpunkt auf 3,25 Prozent erhöht. Teurer werden aber auch Ausleihungen (Direktkredite). Ab 1. Februar 2007 werde der Nominalzinssatz im Neukundengeschäft von davor 5,9 auf 6,5 Prozent angehoben.
(apa/red)
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