Die Konjunktur stabilisiert sich weiter: Wifo sieht keinen Dämpfer an Österreichs Horizont
- Exportorientierte Industrie in Hochkonjunktur
- Wirtschaft wuchs im 3. Quartal revidiert um 3,2 %
Österreichs Wirtschaft ist im dritten Quartal real revidiert um 3,2 Prozent gewachsen, gegenüber dem Vorquartal - bereinigt um Saison- und Arbeitstagseffekte - waren es 0,9 Prozent, schreibt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in seinem soeben erschienenen Monatsbericht Dezember. Die monatlichen Konjunkturumfragen des Instituts ließen für die kommenden Monate eine "Stabilisierung, aber keine Dämpfung erkennen", heißt es.
Träger der Expansion sei die exportorientierte Industrie, die sich in einer Hochkonjunktur befindet. Die Sachgütererzeugung produzierte im dritten Quartal real um 2,3 Prozent mehr als im Vorquartal und um fast 9 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Produktion wachse so rasch, dass trotz des kräftigen Anstiegs der Stundenproduktivität die Zahl der Beschäftigten und die geleistete Arbeitszeit zunehmen, so die Wirtschaftsforscher. Bei guter Gewinnsituation hätten sich Kapazitätsauslastung und Absatzerwartungen erheblich verbessert, Unternehmen verwirklichten Investitionsprojekte und trieben die Anschaffung von Maschinen, Elektrogeräten und Fahrzeugen voran.
Das exportgetrieben Wachstum in Industrie und Bau zeigt laut den Wirtschaftsforschern noch keine Anzeichen von Schwäche, beim privaten Konsum habe sich zwar die Stimmung aufgehellt, wirklich angesprungen sei er aber noch nicht.
Die Unternehmen gehen für die nächsten Monate zwar von einer Konsolidierung der Konjunktur, aber nicht von einer merklichen Abschwächung aus, so das Wifo weiter. Produktionserwartungen und Beurteilung der künftigen Geschäftslage seien nur geringfügig vorsichtiger als die Einschätzung der aktuellen Situation.
Die internationalen Rahmenbedingungen beurteilt das Wifo derzeit als günstig. Motor der Konjunktur sei auch hier die Industrie.
Zu den Risiken für den weiteren Konjunkturverlauf zählen die Wirtschaftsforscher die mäßige Expansion der Konsumnachfrage der privaten Haushalte, die erhebliche Wachstumsabschwächung in den USA, sowie die Verschlechterung der monetären Rahmenbedingungen für die Konjunktur im Euro-Raum, ausgelöst von EZB-Zinserhöhungen und der zuletzt raschen Verteuerung des Euro auf den Devisenmärkten.
Die Konsumnachfrage sei mittlerweile seit sechs Jahren "sehr zurückhaltend". Zwar habe "sich in den letzten Monaten die Verbraucherstimmung aufgehellt, doch die Entwicklung der verfügbaren Realeinkommen lässt keinen großen Spielraum für zusätzliche Ausgaben, und die Sparneigung tendiert anhaltend nach oben."
Wegen der guten Konjunktur in Industrie und am Bau expandiere die Vollzeitbeschäftigung wieder, die Arbeitslosigkeit gehe zurück. "Überwiegend werden allerdings nach wie vor Teilzeitarbeitsplätze geschaffen, etwa im Handel trotz des schwachen Geschäftsgangs."
Die revidierten Wachstumsraten für die heimische Wirtschaft betragen laut Wifo-Experten Markus Marterbauer für das erste Quartal 2,9 Prozent (bisher: 3,1 Prozent), für das zweite Quartal unverändert 3,3 Prozent und für das dritte Quartal 3,2 (3,3) Prozent, wobei die Differenz hauptsächlich auf Zahlenrundungen zurückzuführen sei. Die revidierten quartalsmäßigen Wachstumsraten betragen 0,6 (0,7) Prozent für das erste Quartal und jeweils unverändert 0,9 Prozent im zweiten und dritten Quartal.
(APA/red)
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