Streit um Sonntagsöffnung: Österreicher mehrheitlich dagegen, Wiener aber dafür
- 2/3 gegen offene Geschäfte an 10 Sonntagen im Jahr
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Österreicher geben 2006 knapp 1,6 Mrd. Euro aus!
Die Österreicher wollen mehrheitlich am Sonntag nicht einkaufen, nur die Wiener wünschen sich auch am Sonntag offene Geschäfte. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup. Im Frühjahr hatte eine Studie der KMU Forschung Austria ergeben, dass die Mehrheit der Wiener Händler aber nicht aufsperren will.
Im Detail lehnen 63 Prozent der Österreicher - also zwei Drittel - das deutsche Modell, wonach Geschäfte an 10 Sonntagen im Jahr offen halten dürfen, dezidiert ab. Nur 27 Prozent aller Österreich sind für eine Sonntags-Öffnung der Geschäfte.
Aber Wien ist anders: In der Bundeshauptstadt, wo einige "Rebellen" am ersten Adventsonntag aufgesperrt haben, hat sich die Stimmung gedreht: Laut Gallup-Umfrage in "Österreich" gibt es in Wien eine deutliche Mehrheit für die Ladenöffnung. Bereits 46 Prozent aller Wiener sind demnach schon dafür, dass die Geschäfte am Sonntag aufsperren dürfen, nur mehr 38 Prozent der Wiener sind gegen eine Sonntagsöffnung.
Auch bei Personen mit einem höheren Einkommen (über 3.000 Euro) gibt es mit 46 zu 44 Prozent erstmals eine Mehrheit für die Sonntagsöffnung. Bei Einkommen unter 1.500 Euro lehnen dagegen 79 Prozent das Aufsperren ab.
Nur 23 % der Frauen für Sonntagsöffnung
In den Altersgruppen gibt es bundesweit kaum Unterschiede bei der Ablehnung, dafür beim Geschlecht: Männer tendieren eher zu einem "Ja". 32 Prozent der befragten Männer wollen, dass die Geschäfte am Sonntag offen sind, aber nur 23 Prozent der Frauen wollen am Sonntag einkaufen gehen. Der Großteil der Handelsangestellten sind Frauen.
Laut einer Befragung der KMU Forschung vom vergangenen Frühjahr lehnten 62 Prozent der in Wien befragten Einzelhandelsunternehmen eine Tourismusregelung - sprich offene Geschäfte am Sonntag - ab. Eindeutig war auch die Haltung der Geschäfte in der Innenstadt: Nur 15 Prozent wollten offen halten.
Als Gründe für die Ablehnung wurden vor allem hohe Personalkosten, aber auch die Familienunfreundlichkeit genannt. Einige glaubten auch, dass die Nachfrage zu gering sei. Auch internationale Touristen sind laut KMU Forschung zu 65 Prozent mit den bestehenden Öffnungszeiten zufrieden.
(apa/red)
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