8. Dezember für Handel ein voller Erfolg: Mildes Wetter bringt Kassen zum Klingeln!
- Handelsobmann Lemler spricht von Völkerwanderung
Rund eine Million Menschen in Wien auf den Straßen - Prozession: Kirche erinnert an den Marienfeiertag
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Zum Marienfeiertag dürfte das Christkind so richtig in Schwung gekommen sein. Bereits zum elften Mal konnten am 8. Dezember, dem katholischen Feiertag Maria Empfängnis, in ganz Österreich die Geschäfte von 10 bis 18 Uhr offen halten. Heuer stellten sich auch noch Kaiserwetter und laue Temperaturen ein: Ein idealer Tag zum Flanieren und Shoppen in den Geschäftsstraßen und Einkaufszentren, wie sich herausstellte. Die Kirche erinnerte mit einer Prozession an den eigentlichen Zweck des Feiertages.
Etwa drei Viertel der Geschäfte hatten ihre Pforten für Kauflustige geöffnet. Vor allem Einkaufszentren und Geschäftsstraßen in ganz Österreich erfreuten sich regen Andrangs. Auch viele Gäste aus dem benachbarten Ausland - Schweizer in Vorarlberg, Italiener in Kärnten und Tirol sowie Ungarn und Slowenen im Burgenland - wurden registriert.
Wirtschaftskammer: "Fünfter Einkaufssamstag"
Nach Ansicht der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) habe sich einmal mehr bestätigt, dass sich der 8. Dezember als fünfter Weihnachts-Einkaufssamstag bei den Kunden etabliert hat. Handelsobmann Erich Lemler zeigte sich jedenfalls mit dem Geschäft mehr als zufrieden: "Was hier los ist, kommt einer Völkerwanderung gleich", berichtete er live von einer der Wiener Einkaufsstraßen.
Als Renner haben sich heuer bisher neben Spielsachen auch Schmuck, Parfüms und Elektronikartikel erwiesen. Auf der Einkaufsliste vieler stehen heuer aber auch Gutscheine. Der Sportartikelhandel, wegen des milden Wetters eher unter den Leidtragenden des Weihnachtsgeschäftes, versuchte mit Rabatten die Kunden in die Geschäfte zu locken.
Wien: 1 Million Menschen unterwegs
In Wien waren rund eine Million Menschen unterwegs, wobei die Hauptfrequenzlagen zu den klaren Gewinnern zählten. Besonders die Innenstadt und die Mariahilfer Straße, wo wegen des starken Einkaufsgetümmels die öffentlichen Verkehrsmittel sogar eingestellt wurden, meldeten "Rekordwerte". Der erste Bezirk profitierte auch von vielen Touristen, die für das verlängerten Wochenende nach Wien gekommen sind. Nebenlagen blieben hinter den Erwartungen.
NÖ nicht ganz zufrieden
Abgesehen von der SCS war man in Niederösterreich nicht ganz so zufrieden mit dem Geschäft. Die Kundenfrequenz war im Vergleich zum Vorjahr schwächer, die Konsumenten haben aber heuer wesentlich zielstrebiger gekauft. Im größten Einkaufszentrum Österreichs, der SCS in Vörsendorf, war man dagegen sehr zufrieden. Schon um 10 Uhr, als die Geschäfte aufgesperrt haben, seien die Parkplätze rund um die SCS voll gewesen.
Zufrieden mit den Umsätzen war man im Burgenland. Im McArthurGlen Designer Outlet in Parndorf etwa wurden bis zum Nachmittag rund 12.000 Shoppingfreudige gezählt, die ein Umsatzplus von 22 Prozent bescherten. Auch im Einkaufszentrum Eisenstadt (EZE) war der Kundenzustrom bereits am Vormittag stark. Hier haben die Kunden ebenfalls gezielt gekauft und mehr auf Qualität geachtet.
In der Steiermark haben vor allem Einkaufszentren profitiert. Die Kauflust der Besucher war teilweise größer als am vergangenen ersten Adventsamstag. Trotz des großen Andrangs gab es aber keine Zufahrtsprobleme. Einen besonderen Schwung an Einkäufern habe es in der Früh gegeben, hieß es.
Über den Erwartungen lagen die Umsätze im Handel in Oberösterreich. Die Besucherfrequenz in den Einkaufszentren sei sehr hoch gewesen, das Geschäft hat die Vorjahreszahlen übertroffen. Elektronik-Artikel waren am Nachmittag teilweise sogar schon vergriffen. Die Wintersport-Branche leidet aber noch unter dem milden Wetter.
Salzburg ausgebucht
Die Mozartstadt Salzburg war an diesem verlängerten Wochenende praktisch ausgebucht. In die Innenstadt strömten schon ab dem späteren Vormittag viele Menschen, und im größten Einkaufszentrum am Stadtrand - dem Europark - gab es ungefähr die gleiche Frequenz wie am ersten langen Einkaufssamstag. Von der Kundenzahl war der Marienfeiertag mit dem vergangenen Advent-Einkaufssamstag vergleichbar.
Wie in den vergangenen Jahren hat sich auch heuer der Kärntner Handel wieder über ein sehr gutes Geschäft gefreut. Das milde Wetter hat tausende Besucher zum Shopping in die Städte und in die Großkaufhäuser an den Zufahrtsstraßen. In den neuen Einkaufszentren in Klagenfurt, Villach und Spittal/Drau war "die Hölle los". Wie gewohnt trugen auch heuer wieder Gäste aus dem benachbarten Italien sowie aus Slowenien zu einem guten Geschäft in Kärnten bei. Nur der angeblich weltgrößte aus Eis geschnitzte Christbaum in Klagenfurt schmolz angesichts der warmen Witterung vor sich hin.
Großen Ansturm aus dem In- und Ausland meldeten die Einkaufstempel in Tirol. Wie in den vergangenen Jahren sind wieder viele Südtiroler nach Innsbruck zum Einkaufen gekommen. Auch viele Familien waren zum Einkaufen unterwegs. In Tirol hat sich der Marienfeiertag nach Ansicht der Kaufleute als tragende Säule des Weihnachtsgeschäftes etabliert.
Ein uneinheitliches Bild hat Vorarlbergs Einzelhandel am 8. Dezember gezeigt. Während einzelne mittelgroße Gemeinden mit dem Kundenzuspruch sehr zufrieden waren, berichten Händler aus den Zentren größerer Städte von einer Abschwächung des Feiertagsbooms. Zufrieden mit den Umsätzen war man dagegen im Messepark in Dornbirn, dem größten Einkaufszentrum des Landes: Bis auf den reinen Wintersporthandel berichteten alle von guten Geschäften.
2005: 8. Dezember brachte Plus von 3%
Im Vorjahr hat der 8. Dezember den heimischen Händlern ein Umsatzplus von nominell 3 Prozent gebracht. In Summe geht man in der WKÖ davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft real ein Umsatzplus von 1,1 bis 1,2 Prozent bringen wird. Die Händler teilen sich heuer also einen "Weihnachtskuchen" von 1,6 Mrd. Euro. Als Weihnachtsgeschäft werden jene Umsätze gesehen, die zusätzlich zu den Umsätzen eines Durchschnittsmonats generiert werden. (apa/red)
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