Dienstag, 5. Dezember 2006

Konjunktureller Aufwind spürbar: Heimische
Industrie kann Produktion um 10 % steigern

  • Auch Zahl der Beschäftigten geringfügig erhöht
  • Facharbeitermangel bei Maschinen, Holz & Fahrzeugen

Die österreichische Industrie spürt weiter den konjunkturellen Aufwind. Im dritten Quartal 2006 ist die Produktion gegenüber dem Vorjahresquartal um 10 Prozent gestiegen. Das geht aus den vorläufigen Berechnungen der Wirtschaftskammer Österreich hervor. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich geringfügig um 0,5 Prozent - ein Trend, der bis zum Jahresende anhalten soll.

Auch die Auftragslage bleibe laut Industrie gut, wenn auch für 2007 eine "Stagnation auf hohem Niveau" zu erwarten sei. In den Monaten Juli bis September 2006 verzeichnete man Auftragszuwächse von rund 10 Prozent.

Jahrelang habe man Beschäftigte in der Industrie verloren, erklärte der neue Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer, Manfred Engelmann, am Dienstag. Dieser Trend sei jetzt gestoppt und es wurde eine Umkehr eingeleitet. Rund 413.000 Arbeitnehmer beschäftigt die Industrie derzeit. Bis zu 5 Prozent oder rund 10.000 Industriearbeitsplätze werden durch Fremdpersonal, d.h. durch geleaste Arbeitnehmer, gestellt. Deren Anteil nimmt vor allem in Branchen mit schwankender Auftragslage, wie z.B. der Fahrzeugindustrie, zu.

Während noch im 1. Halbjahr 2006 beim Eigenpersonal abgebaut werden musste, blieb die Gesamtzahl der Beschäftigten insgesamt durch geleastes Personal relativ konstant. Jetzt prognostiziert die Industrie eine Wende bis Jahresende, obgleich diese mit 0,5 Prozent mehr Personalzugängen relativ zaghaft ausfällt. Facharbeitermangel herrsche weiterhin in den Branchen Maschinen und Metallwaren sowie Holz- und Fahrzeugindustrie, sagte Engelmann.

Insgesamt sei die Entwicklung in den verschiedenen Industriezweigen im 1. Halbjahr sehr unterschiedlich verlaufen. Vor allem die Fachverbände Gas und Wärme, Mineralöl und Nichteisen- Metalle wiesen überdurchschnittliche Produktionssteigerungen aus. Schlecht stand es hingegen um die Leder verarbeitende und Textil- Industrie. Diese konnten selbst ihr Vorjahresniveau nicht erreichen, während die gesamte Industrie mengenmäßig im 1. Halbjahr um 8 Prozent zugelegte. (apa/red)

5.12.2006 17:20