Italien trennt sich von Alitalia-Anteil: Staat plant Verkauf von 30,1 Prozent der Fluglinie
- Käufer gezwungen, auch Angebot für Rest abzugeben
- Finanzministerium hält 49,9 Prozent der Alitalia-Aktien
·Prodi will Alitalia weiter privatisieren!
Beteiligung soll unter 30- Prozent-Schwelle sinken
Der italienische Staat will einen 30,1-prozentigen Anteil an der finanziell angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia verkaufen. Damit würde ein Käufer automatisch gezwungen, auch ein Barangebot für den Rest der größten Fluggesellschaft des Landes abzugeben, teilte das Finanzministerium mit. Das Finanzministerium hält 49,9 Prozent der Alitalia-Aktien. Zugleich sei geplant, auch die Wandelanleihen an dem Unternehmen zu verkaufen.
Bei der Wahl der Interessenten, die vom italienischen Staat den Anteil an Alitalia erwerben wollen, werde die Regierung Gruppen bevorzugen, die die Arbeitsplätze bei der Fluggesellschaft retten, das Logo der Gesellschaft bewahren und ein geeignetes Angebot an Dienstleistungen sichern können. Auch die Höhe der angebotenen Summe und der Businessplan sollen in Abstimmung mit den Alitalia-Managern berücksichtigt werden, hieß es in der Presseaussendung.
Die Privatisierung der Alitalia sorgt für Unmut unter der Belegschaft, die um die Arbeitsplätze bei der Airline bangt. Ein Teil des Alitalia-Pakets, das sich noch im staatlichen Besitz befindet, solle an die Belegschaft der Fluggesellschaft verteilt werden, verlangte der Chef des Gewerkschaftsverbands Cisl, Raffaele Bonanni. "Diese Aktien sollen kollektiv verwaltet werden, damit die Alitalia-Mitarbeiter bei den strategischen Beschlüssen über die Zukunft der Gesellschaft mitreden können", betonte Bonanni.
Die Gewerkschaften warnten vor der Privatisierung des staatlichen Alitalia-Anteils durch den Verkauf an italienische Investoren, ohne Vorliegen eines ernsthaften industriellen Projekts für die Airline. "Alitalia darf um keinen Preis verschleudert werden", betonte Bonanni. (apa/red)
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